WHO-Einschätzung

Erster Hantavirus-Fall in Schweiz bestätigt

Der rätselhafte Hantavirus-Ausbruch rund um das Kreuzfahrtschiff "Hondius" zieht immer weitere Kreise. Jetzt bestätigen auch Schweizer Behörden einen ersten Infektionsfall an Land. Der betroffene Mann wird derzeit in Zürich behandelt. 

Laut dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit handelt es sich bei dem Patienten um einen ehemaligen Passagier des Kreuzfahrtschiffs. Der Mann war gemeinsam mit seiner Frau aus Südamerika zurückgekehrt und zeigte nach der Reise Symptome. Mittlerweile wurde die Infektion bestätigt. 

Passagier verließ Schiff nach Todesfall

Besonders brisant: Der Mann soll zu jener Gruppe von Passagieren gehören, die das Schiff nach dem ersten Todesfall verlassen hatten. Berichten zufolge gingen insgesamt 29 Reisende während eines Zwischenstopps auf St. Helena von Bord. Unter ihnen befand sich auch ein deutscher Urlauber. 

Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" war zuvor wegen mehrerer Krankheitsfälle international in die Schlagzeilen geraten. Bereits drei Menschen kamen im Zusammenhang mit dem Ausbruch ums Leben. Weitere Passagiere und Crewmitglieder wurden medizinisch behandelt oder stehen unter Beobachtung. 

Weitere Verdachtsfälle

Mittlerweile laufen in mehreren Ländern Untersuchungen zu möglichen Kontaktpersonen. In den Niederlanden wurde zuletzt sogar eine KLM-Flugbegleiterin isoliert, nachdem sie Kontakt mit der später verstorbenen Passagierin hatte. Auch in Deutschland wurde eine Frau vorsorglich in eine Klinik nach Düsseldorf gebracht. 

WHO gibt Entwarnung 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet die Fälle genau. Experten halten das Risiko für die Bevölkerung derzeit zwar für gering, eine weitere Ausbreitung sei aber nicht auszuschließen. „Angesichts der Inkubationszeit des Andes-Virus, die bis zu sechs Wochen betragen kann, ist es möglich, dass noch weitere Fälle gemeldet werden.“ 

Die "Hondius" liegt derzeit unter strengen Auflagen vor den Kanarischen Inseln. Rund 150 Menschen befinden sich noch an Bord. Mehrere Länder arbeiten inzwischen gemeinsam an der Aufklärung des Ausbruchs.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten