Terror-Einstufung

Iran bestellt alle EU-Botschafter ein

02.02.2026

Das Mullah-Regime hat alle EU-Botschafter ins Außenministerium einbestellt.  

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Der Iran prüft nach Angaben des Außenministeriums Details für diplomatische Schritte zum Abbau der Spannungen mit den USA. Es würden derzeit verschiedene Punkte untersucht, sagte Sprecher Esmail Baghaei am Montag. Teheran hoffe auf Ergebnisse in den kommenden Tagen. Länder aus der Region dienten als Vermittler für den Austausch von Nachrichten. Es gehe dabei um den Prozess und den Rahmen möglicher Gespräche.

Der Iran hat unterdessen nach eigenen Angaben in Reaktion auf den EU-Beschluss, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen, alle Botschafter europäischer Länder vorgeladen. "Gestern und heute wurden alle europäischen Länder und EU-Mitgliedstaaten mit Botschaften in Teheran ins Außenministerium zitiert", sagte der Außenamtssprecher bei einer Pressekonferenz. Es sei das "Mindeste", weitere Reaktionen würden folgen.

Parlament reagiert auf EU-Beschluss zu Revolutionsgarden

Bereits am Sonntag hatte Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf erklärt, dass die Armeen der Europäer fortan auch als Terrororganisationen betrachtet werden. Er berief sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 2019. Im Parlament trugen Abgeordnete aus Solidarität Uniformen der Revolutionsgarden. "Tod für Amerika" und "Tod für Israel" riefen einige Politiker mit erhobenen Fäusten, wie auf Videos iranischer Medien zu sehen war.

Die Europäische Union hatte am Donnerstag entschieden, die Revolutionsgarden wegen ihres blutigen Vorgehens gegen die jüngsten Massenproteste als Terrororganisation einzustufen. Die Entscheidung gilt als symbolischer Schritt, der wegen bereits bestehender Sanktionen wenig praktische Bedeutung haben dürfte. Über die Listung der Revolutionsgarden als Terrororganisation wurde in der EU jahrelang diskutiert.