Klare Botschaft

Iran-Präsident richtet sich an US-Bürger: „Wir sind keine Bedrohung“

01.04.2026

Irans Präsident wendet sich direkt an die US-Bevölkerung – mit klaren Worten. In einem offenen Brief weist Masoud Pezeshkian Bedrohungs-Vorwürfe zurück. Gleichzeitig warnt er vor den Folgen weiterer Angriffe. 

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Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian versichert dem amerikanischen Volk in einem Brief, dass sein Land keine Feindschaft gegen einfache US-Bürger hegt.

Den Iran als Bedrohung darzustellen, stimme „weder mit der historischen Realität noch mit den heute beobachtbaren Fakten überein“, zitierte am Mittwoch der Sender Press TV aus dem Schreiben.

Warnung vor Angriffen

Hingegen richteten sich Angriffe auf die Infrastruktur des Iran gegen das iranische Volk und hätten Folgen, die weit über die Grenzen des Landes hinausreichen würden, warnte er laut Press TV. Beobachter sehen darin eine indirekte Warnung vor einer weiteren Eskalation im ohnehin angespannten Verhältnis zwischen Teheran und Washington. 

In dem Brief an die amerikanische Nation kritisierte Pezeshkian den Krieg der USA gegen sein Land als eine absurde und für die USA kostspielige Operation. „Die Welt befindet sich heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses kostspieliger und ergebnisloser ist denn je,“ schrieb der Präsident in seiner Botschaft. 

„Name der Schande“

Der Iran habe in seiner Geschichte viele Aggressoren gesehen. Von denen blieb in den Geschichtsbüchern laut Pezeshkian aber nur ein „Name der Schande“.

Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden würde die Zukunft ganzer Generationen prägen. Für iranische Verhältnisse ist ein offener Brief an das amerikanische Volk eher ungewöhnlich. Beobachter werten ihn daher als Versuch, die amerikanische Öffentlichkeit von der Fehlentscheidung ihrer Regierung zu überzeugen und so indirekt eine Waffenruhe zu erzwingen.

Streit um Waffenruhe

Der von Israel und den USA begonnene Krieg befindet sich bereits in der fünften Woche. Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump mitgeteilt, der Iran habe um eine Waffenruhe gebeten.

Das wies Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai umgehend zurück. Die Aussagen Trumps seien falsch und unbegründet, wurde er vom Staatssender Irib zitiert. Trump schrieb die Bitte um eine Waffenruhe Irans „neuem Regime-Präsidenten“ zu. Wen er genau damit meint, blieb unklar.