US-Präsident Donald Trump drohte damit, die Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen.
London/Berlin. Die britische Außenministerin Yvette Cooper beruft für Donnerstag eine Krisensitzung zur vom Iran weitestgehend blockierten Straße von Hormuz ein. US-Präsident Donald Trump drohte indes damit, die Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen. Dadurch sollten die europäischen Verbündeten dazu bewegt werden, sich einer "Koalition der Willigen" zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz anzuschließen, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf informierte Quellen.
Dem Bericht zufolge habe Trump damit gedroht, die Lieferungen an die von europäischen Ländern finanzierte NATO-Initiative PURL zur Waffenbeschaffung für die Ukraine einzustellen.
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35 Länder beraten
Großbritannien habe 35 Länder hinter seiner Initiative "zur maritimen Sicherheit" in der Golfregion vereint, sagte Regierungschef Keir Starmer am Mittwoch in London. "Dort werden wir alle tragfähigen diplomatischen und politischen Maßnahmen prüfen, die wir ergreifen können, um die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen, die Sicherheit der festgesetzten Schiffe und Seeleute zu gewährleisten und den Transport lebenswichtiger Güter wieder aufzunehmen", sagte Starmer.
Im Anschluss an die große Konferenz sollen Militärplaner zusammenkommen, um Möglichkeiten zu prüfen, wie die Straße auch nach dem Ende der Kämpfe freigehalten werden kann, sagte der Premier. Starmer warnte, die Wiedereröffnung der Meerenge werde "nicht einfach" sein.
Einigung auf "geeignete Maßnahmen"
Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und die Niederlande hatten sich Mitte März bereit erklärt, mit "geeigneten Maßnahmen" eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu gewährleisten. Später schlossen sich rund 30 weitere Staaten an - darunter die seit Wochen vom Iran attackierten Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain. Bereits zuvor hatte US-Präsident Trump Druck auf die NATO-Verbündeten ausgeübt, die USA militärisch in dem Seegebiet zu unterstützen.
Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormuz transportiert. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge aber weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Blockade durch die iranischen Revolutionsgarden hat zu einem dramatischen Anstieg der Erdölpreise geführt.
Frankreich: Keine Hinweise auf Verminung
Die französische Marine hat nach Angaben des Admirals Nicolas Vaujour keine Hinweise darauf, dass die Straße von Hormuz vermint worden ist. Auf einer Sicherheitskonferenz in Paris forderte er zudem, China müsse sich stärker für eine Wiederöffnung der Meerenge einsetzen und seine Ungeduld über die anhaltende Sperrung deutlich machen. China und der Iran gelten als befreundete Staaten.
Bericht: Emirate wollen Straße von Hormuz gewaltsam öffnen
Die Vereinigten Arabischen Emirate bemühen sich laut "Wall Street Journal"um eine Koalition mit den USA und anderen Verbündeten, um die Straße von Hormuz gewaltsam zu öffnen. Emiratische Diplomaten hätten die USA und die Militärmächte in Europa und Asien dazu dringend aufgefordert, sagte ein Vertreter des Landes der Zeitung. Die Emirate wollen demnach, dass der UNO-Sicherheitsrat dies per Resolution absegnet. Der iranische Machtapparat glaube, er kämpfe um sein Überleben und sei bereit, die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zu reißen, indem es die Straße von Hormuz abriegle, hieß es.
Ein militärischer Einsatz ohne Zustimmung des Irans gilt als sehr komplex und gefährlich. Der Iran könnte Ziele in der Meerenge einfach vom Festland aus angreifen. Zur Abwehr von Attacken bliebe Kriegsschiffen in der engen Wasserstraße wahrscheinlich mitunter nur extrem wenig Zeit.