Kommentar

Der neue Atom-Schmäh der Politik

14.03.2011

ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner über Merkel, Berlakovich & Co.

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© TZ ÖSTERREICH, REUTERS/Wojciech Grzedzinski
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Angela Merkel hat unseren Umweltminister Berlakovich im Kampf um die Wähler überholt und einen 3 Monate dauernden Stress-Test für alle deutschen AKWs angekündigt. Das bedeutet: Im Minimum gehen die 3 ältesten deutschen AKWs rasch vom Netz – wenn es mit rechten Dingen zugeht, müssten vermutlich 10 oder mehr Atomanlagen gesperrt werden.

Ein Schelm, wer bei diesem Stress-Test-Schmäh gleich daran denkt, dass in Baden-Württemberg, wo der älteste und Japan-ähnlichste Reaktor steht, in 2 Wochen gewählt wird.

Die Pro-Atom-Politiker, wie Angela Merkel, stehen in diesem Wahljahr mit dem Rücken zur Wand. Die Wähler haben eine solche Angst vor dem nächsten Atom-GAU, dass sie die CDU – die ja vehement für die verantwortungslose Laufzeitverlängerung der AKWs eingetreten ist – bei der nächsten Regionalwahl abstrafen werden.

Weil Politiker primär einmal feig sind, haben sie jetzt den „Stress-Test“ erfunden.
Damit soll Zeit gewonnen, der Wähler beruhigt und ein Wahldebakel verhindert werden.

In Wahrheit gibt es nach dem Japan-GAU nur eine Lösung: Alle AKWs in der EU – von der Slowakei bis Frankreich – müssen zugesperrt werden. Es gibt keinen seriösen „Stress-Test“ für eine Kernschmelze, weil – wie wir jetzt in Japan sehen – niemand Naturkatastrophen simulieren kann.

Die Wähler werden die Politiker zwingen, aus der Atomkraft auszusteigen und alternative Energie zu fördern – und das ist gut so.

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