Ukraine

Korruptionsverdacht: Ermittlungen gegen Ex-Mitarbeiter von Selenskyj

21.01.2026

Antikorruptionsbehörde: Insgesamt neun Verdächtige

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In der Ukraine wirft die Antikorruptionsbehörde einem ehemaligen ranghohen Mitarbeiter von Präsident Wolodymyr Selenskyj Veruntreuung vor. Er soll geholfen haben, über ein Fördermodell für grüne Energie mehr als drei Millionen Dollar zu unterschlagen. Insgesamt seien neun Verdächtige ermittelt worden. Sie sollen staatliche Zahlungen für Solarstrom beantragt haben, der in den inzwischen von Russland besetzten Teilen der südöstlichen Region Saporischschja erzeugt wurde.

Unter den Verdächtigen sei auch ein ehemaliger stellvertretender Leiter des Präsidialamtes, teilte die Behörde am Mittwoch weiter mit, ohne ihn namentlich zu nennen. Die ukrainischen Behörden dürfen die Identität von Verdächtigen nicht preisgeben. Eine Stellungnahme des Präsidialamts lag zunächst nicht vor.

Ranghohe Beamte wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt

Die ukrainischen Korruptionsermittler haben während des von Russland begonnenen Krieges ihren Kampf gegen Bestechlichkeit verschärft. Dies hat bereits zur Anklage ranghoher Beamter geführt und die öffentliche Wut über die Korruption auf hoher Ebene geschürt. Die Antikorruptionsbehörde hatte die ukrainische Öffentlichkeit im November mit der Aufdeckung eines mutmaßlichen Schmiergeldskandals im Energiesektor schockiert, bei dem es um 100 Millionen Dollar ging.

Im Zuge der Ermittlungen hat Präsident Selenskyj in den vergangenen Monaten mehrere Personalwechsel in seinem Team vorgenommen. So traten im November sein engster Vertrauter, Präsidialamtschef Andrij Jermak, sowie der Justizminister und die Energieministerin zurück.

Selenskyj hat wiederholt erklärt, er werde Korruption nicht tolerieren. Der Kampf gegen die Korruption ist eine wichtige Voraussetzung für den von der Ukraine seit Langem angestrebten Beitritt zur Europäischen Union.

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