In Großbritannien

Nach Terrorakt: Debatte über Antisemitismus

30.04.2026

Nach dem als Terrorakt eingestuften Messerangriff in London entfacht sich in Großbritannien eine neue Debatte über Antisemitismus und Sicherheit. Die Regierung reagiert mit zusätzlichen Maßnahmen und stellt Millionenbeträge bereit, um jüdische Einrichtungen besser zu schützen. 

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Nach dem als Terrorakt eingestuften Angriff wird in Großbritannien intensiv über die Sicherheit von Juden diskutiert. Die Regierung kündigte zusätzliche Investitionen in Höhe von 25 Millionen Pfund (28,85 Mio. Euro) an. Ziel ist es, Schutzmaßnahmen rund um Synagogen, Schulen und Gemeindezentren deutlich zu verstärken.

Starmer warnt vor Serie von Angriffen

Es gebe keinen Zweifel, dass es sich nicht um einen Einzelfall handle, sagte Premierminister Keir Starmer nach einem Treffen mit den Strafverfolgungsbehörden. „Dies ist eine Reihe von Angriffen auf unsere jüdische Gemeinschaft, insbesondere in den letzten Wochen, und es gibt ein sehr tiefes Gefühl von Angst, von Sorge um Sicherheit, um Schutz und, ehrlich gesagt, um Identität.“ Ein Angriff auf die jüdische Gemeinschaft sei ein Angriff auf „uns alle“.

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Polizei erhöht landesweit Präsenz

Als unmittelbare Reaktion verstärkte die Polizei ihre Präsenz im gesamten Land. In den vergangenen Wochen und Monaten war es immer wieder zu antisemitischen Vorfällen gekommen. Auch Ephraim Mirvis, der britische Oberrabbiner, forderte „wirksame Maßnahmen“, um die Ursachen des Antisemitismus zu bekämpfen.

Angriff in jüdischem Viertel

Premier Keir Starmer kündigte an, das Viertel Golders Green so bald wie möglich zu besuchen. Dort ereignete sich die Tat. Zwei Männer jüdischen Glaubens im Alter von 76 und 34 Jahren wurden bei dem Angriff verletzt. Festgenommen wurde ein 45-jähriger Mann, laut Polizei ein in Somalia geborener Brite.

Die neue islamistische Gruppierung Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia bekannte sich zu dem Angriff. Die Gruppe war bereits bei früheren Attacken im Vereinigten Königreich in Erscheinung getreten.