Wahl im April

Neues Umfrage-Beben in Ungarn

25.02.2026

Knapp sieben Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn verliert die Partei des nationalkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán immer weiter an Unterstützung. 

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In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts Medián liegt Fidesz deutlich hinter der Mitte-Rechts-Partei TISZA von Oppositionsführer Péter Magyar. Bei Wählern, die sich bereits entschieden haben, für wen sie am 12. April stimmen, ist der Rückstand um acht auf 20 Prozentpunkte angestiegen.

Fidesz kommt demnach auf 35 Prozent, während TISZA auf 55 Prozent zulegen kann. In der Gesamtbevölkerung landet Orbáns Partei bei 31 Prozent, TISZA erreicht 42 Prozent, wobei 19 Prozent der Befragten sich unentschieden zeigten oder keine Antwort gaben.

Die Infografik zeigt Umfragewerte und Sitzverteilung zur Parlamentswahl in Ungarn. Mitte Februar liegt TISZA mit 47 % vor Fidesz mit 39 % und Mi Hazank mit 6 %. Im Parlament hat Fidesz 116 von 199 Sitzen, das Oppositionsbündnis 53 Sitze, die KDNP 19 Sitze und andere Parteien 11 Sitze. Quelle: Politico.
 

Orbán muss zunehmend um Wiederwahl fürchten

Nach 16 Jahren an der Macht muss Orbán damit zunehmend um seine Wiederwahl in dem EU-Mitgliedsland fürchten. Innerhalb der Europäischen Union würde dies erhebliche Folgen für das rechte Lager haben. Orbán ist in der EU einer der engsten Mitstreiter von US-Präsident Donald Trump und zugleich einer der prominentesten Kritiker der Staatengemeinschaft. Oft vertritt er einen anderen Kurs als die Mehrheit der anderen europäischen Staats- und Regierungschefs, so wie derzeit im Streit um mehr Hilfen für die Ukraine.

Die am Mittwoch von ungarischen Medien veröffentlichte Medián-Umfrage genießt besonders viel Beachtung. Bei den letzten Parlamentswahlen vor vier Jahren prognostizierte das Institut korrekt Orbáns Erdrutschsieg, auch wenn es den Rückhalt für die damals im Bündnis antretende Opposition etwas zu hoch einschätzte. Auch die meisten anderen Umfragen sehen TISZA vorne. Fidesz verweist dagegen gerne auf Erhebungen, die die Regierungspartei weiter auf Siegkurs sehen. Kritiker halten dem jedoch entgegen, dass diese Erhebungen hauptsächlich von Instituten stammten, die Fidesz finanziell oder persönlich verbunden seien.