"Spaltung zerstreut"
Papst ruft Kardinäle zu Geschlossenheit auf
07.01.2026Mit einem eindringlichen Appell hat Papst Leo XIV. die Kardinäle um Unterstützung bei der Leitung der katholischen Kirche gebeten.
"Helft mir bei der Führung der Kirche, ich brauche euch", sagte der Papst zum Abschluss der ersten Sitzung seines ersten außerordentlichen Konsistoriums am Mittwoch.
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Zu Beginn der Beratungen hatte Leo XIV. vor rund 170 Kardinälen zu Einheit aufgerufen. "Wir müssen vereint sein, Spaltung zerstreut", sagte er in seiner einleitenden Ansprache. An der Leitung des Treffens waren unter anderem die Kardinäle Ángel Fernández Artime und Mario Grech beteiligt, die eine zentrale Rolle im Synodenprozess spielen, sowie weitere führende Vertreter der Kurie. Unter den Teilnehmern befanden sich auch prominente Kardinäle, die am Konklave für die Wahl von Leo XIV. teilgenommen hatten, darunter der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa und der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Matteo Zuppi.
Mission und Synodalität
Die Arbeiten wurden mit einer geistlichen Meditation von Kardinal Timothy Radcliffe eröffnet, der auch die Missbrauchsskandale in der Kirche ansprach. Nach der ersten Arbeitsphase in Kleingruppen entschieden sich die Kardinäle mit deutlicher Mehrheit dafür, am Donnerstag vor allem über Mission und Synodalität zu beraten.
Themen des Konsistoriums sind auch das Mitspracherecht aller Katholiken in der Kirche sowie Formen der Verkündigung der christlichen Botschaft in der heutigen Zeit. Eine Rolle spielt auch das Thema der Beziehung zwischen der römischen Hauptverwaltung und den lokalen Kirchen sowie der jahrzehntealte Streit über die Form der katholischen Messfeier.
Die Beratungen finden hinter den verschlossenen Türen der vatikanischen Audienzhalle statt. Am Ende des Konsistoriums werden vier Kardinäle aus vier Kontinenten der Presse im Rahmen eines abendlichen Pressegesprächs Auskunft über die Beratungen geben. Der Berichterstatter aus Europa soll demnach der neue Krakauer Erzbischof, Kardinal Grzegorz Rys, sein, wie aus dem Vatikan verlautete.