Iran kapert Schiff

Schlacht auf Straße von Hormuz: USA greifen hart durch

23.04.2026

US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben am Donnerstag im Indischen Ozean ein Schiff mit iranischem Öl an Bord aufgebracht. 

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Das Schiff "M/T Majestic X" sei sanktioniert und staatenlos gewesen. Am Mittwoch hatte der Iran nach eigenen Angaben zwei Frachtschiffe gekapert. Trotz der US-Seeblockade sollen 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zum Iran die Straße von Hormuz durchquert haben. US-Präsident Trump sagte hingegen, die Meerenge sei "dichtgemacht".

Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte am Donnerstag ein Video, das die Erstürmung von zwei Frachtschiffen durch iranische Streitkräfte zeigt. Darin sind maskierte Soldaten zu sehen, die in einem grauen Schnellboot an das Frachtschiff "MSC Francesca" heranfahren. Anschließend klettern sie über eine Strickleiter auf das Schiff hoch und springen mit gezückten Gewehren an Bord. Das mit dramatischer Musik unterlegte Video zeigt zudem ein weiteres Schiff, die "Epaminondas". Der Iran erklärte, beide Schiffe am Mittwoch gekapert zu haben. Der Iran warf den Schiffen vor, die Meerenge ohne Genehmigung durchquert haben zu wollen.

US-Seeblockade durchlässig

US-Präsident Donald Trump hatte in den letzten Stunden der Waffenruhe am Dienstag seine Drohungen zurückgenommen. Er weigerte sich, die Angriffe auf den Iran wieder aufzunehmen, hob aber die US-Blockade der Straße von Hormuz nicht auf. Die Seeblockade des US-Militärs begann am 13. April. Sie richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Trump will Teheran damit von wichtigen Einnahmequellen abschneiden.

Trotz der Seeblockade haben einige Schiffe mit Verbindung zum Iran die Meeresenge im April durchfahren. 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zum Iran hätten das Gebiet der US-Seeblockade vom 13. bis 21. April durchfahren, schrieb der Datenanbieter Vortexa in einem Bericht. Nach Bewertung des maritimen Datenanbieters Lloyd's List Intelligence haben bis Montag mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Blockade durchquert. Der maritime Softwareanbieter AXSMarine schrieb, der meiste Verkehr durch die Straße von Hormuz entfalle weiter auf Schiffsbetreiber, die sanktioniert seien oder undurchsichtige Eigentumsverhältnisse aufwiesen. Iranische Medien hatten immer wieder angegeben, Schiffe des Landes hätten die US-Seeblockade durchfahren. Die Berichte ließen sich bisher nicht unabhängig bestätigen.

US-Präsident Donald Trump sagte hingegen am Donnerstag, die USA hätten die "vollständige Kontrolle" über die Straße von Hormuz. Die Meerenge sei "dichtgemacht", bis der Iran einem Abkommen zustimme. Beweise legt Trump nicht vor. Auch die US-Militärführung Centcom hatte Berichten über Durchlässigkeit der eigenen Seeblockade zuvor widersprochen. "Im Rahmen der US-Blockade gegen den Iran haben die US-Streitkräfte 29 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren", hieß es in einer Stellungnahme auf X. Berichte über konkrete Schiffe, die die Blockade durchfahren hätten, seien falsch.

Suche nach Seeminen

Im Kampf gegen Seeminen in der Straße von Hormuz verschärfte Trump am Donnerstag sein Vorgehen. Er wies die Marine seines Landes an, alle Schiffe zu beschießen und zu versenken, die Minen in der Meerenge ausbringen würden, wie er in den sozialen Medien mitteilte. Minensuchboote würden nun noch intensiver die Seestraße von Sprengkörpern säubern. Vor einer Woche hatte Trump noch erklärt, dass die angeblich in der Straße von Hormuz verteilten iranischen Seeminen bereits allesamt geborgen seien - oder noch entfernt werden würden.

Experten gehen von mehreren Dutzend Minen aus, die der Iran vor etwa einem Monat südlich der iranischen Hoheitsgewässer verteilt haben soll - auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. "Weder die Iraner noch die USA - und auch sonst niemand - weiß derzeit genau, wo sich diese Minen befinden", sagte Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom Londoner King's College dem Sender Al Jazeera.

Rund 30 Länder bereiten sich auf einen möglichen Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormuz nach Ende der Kampfhandlungen vor. London und Paris wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.

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