5 tote Italiener

Tauch-Drama vor Malediven: Kam es deshalb zum Unglück?

16.05.2026

Die fünf Italiener galten als sehr erfahrene Taucher.

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Die Küstenwache der Malediven hat Taucheinsätze zur Bergung der Leichen von vier italienischen Tauchern aufgenommen, die seit einem Unfall am vergangenen Donnerstag vermisst werden. Bei dem Unglück waren am Donnerstag fünf Taucher, drei Frauen und zwei Männer, ums Leben gekommen. Bisher wurde lediglich die Leiche eines 44-Jährigen geborgen. Das schlechte Wetter erschwere die Bergung der anderen Toten, wie das italienische Außenministerium am Samstag mitteilte.

Derzeit wechseln sich acht maledivische Taucher bei den Einsätzen ab. Zwei von ihnen seien bereits abgetaucht, um den Eingang zu dem Höhlensystem zu lokalisieren, in dem die italienischen Taucher verschwunden sind. Weitere sechs Taucher sollen in mehreren Schichten nach den Vermissten suchen und versuchen, die Leichen an die Oberfläche zu bringen.

Italiener galten als erfahrene Taucher

Die erfahrenen italienischen Taucher, darunter zwei Meeresforscherinnen, wollten die sogenannten "Kandu" erforschen - natürliche Kanäle zwischen der inneren Lagune und dem offenen Meer - sowie die Unterwasserhöhlen von Alimathaa. Das Labyrinth aus Korallenhöhlen wurde ihnen offenbar zum Verhängnis. Die Gruppe tauchte ab und blieb offenbar unter Wasser eingeschlossen. Laut den maledivischen Behörden waren die Taucher von dem Safari-Boat "Duke of York" aus gestartet, einer 36 Meter langen Jacht. Das Schiff war am vergangenen Sonntag mit rund 30 Touristen von Malé zu einer einwöchigen Kreuzfahrt ausgelaufen.

Die fünf Italiener galten als erfahrene Taucher und befanden sich laut Berichten im Rahmen eines meeresbiologischen Forschungsprojekts auf den Malediven. Offenbar entschieden sie sich, die Höhlen von Alimathaa zu erkunden. Nach dem Einstieg in eine erste Höhle drang die Gruppe vermutlich in ein zweites Höhlensystem vor, das bis in etwa 60 Meter Tiefe reicht und rund 260 Meter lang sein soll. Experten vermuten, dass die Taucher dort die Orientierung verloren und vergeblich versucht haben könnten, einen Ausgang zu finden, wobei aufgewirbelter Schlamm und Sand die Sicht vollständig nahmen.

Als mögliche Ursache wird unter anderem eine Sauerstoffvergiftung ("Hyperoxie") genannt, die bei tiefen Tauchgängen durch hohen Druck und eine erhöhte Sauerstoffkonzentration auftreten kann. Zudem könnten schlechte Wetterbedingungen oder plötzlich auftretende Aufwärtsströmungen die Rückkehr an die Oberfläche erschwert haben. Der Wetterdienst der Malediven hatte für das Gebiet aufgrund des starken Windes eine gelbe Warnung herausgegeben.