Nach dem tödlichen Tauchunglück auf den Malediven, bei dem fünf Italiener ums Leben kamen, suchen Experten weiter nach einer Erklärung. Noch ist unklar, was genau in rund 50 Metern Tiefe passiert ist.
Besonders brisant: Die Gruppe soll in großer Tiefe unterwegs gewesen sein und eine Höhle erkundet haben. Genau solche Tauchgänge gelten selbst für erfahrene Taucher als besonders riskant. Ein Experte erklärte gegenüber der italienischen Zeitung Corriere della Sera, ein Abstieg auf etwa 50 Meter sei „zweifellos sehr gefährlich“.
Gefahr durch Tiefenrausch
In solchen Tiefen könne es laut Fachleuten zu einer sogenannten Stickstoffnarkose kommen. Einem Zustand, der Orientierung und Wahrnehmung beeinträchtigen kann. Vor allem unzureichend trainierte Taucher seien gefährdet. Symptome könnten Verwirrung oder Fehlentscheidungen unter Wasser sein.
Zusätzliche Risiken entstehen laut Experten in Unterwasserhöhlen. Dort erschweren Strömungen, schlechte Sicht und verzweigte Gänge die Orientierung erheblich. Wer solche Bereiche erkundet, benötigt normalerweise spezielle Sicherheitsausrüstung, um den Weg zurückzufinden.
Wurden Taucher eingeschlossen?
Was genau zum Tod der fünf Italiener führte, ist derzeit noch unklar. Diskutiert werden auch technische Ursachen, etwa verunreinigte Atemluft in den Pressluftflaschen. Experten halten dieses Szenario derzeit jedoch für eher unwahrscheinlich. Da offenbar alle fünf Taucher betroffen waren, dürfte nun genau untersucht werden, ob möglicherweise ein gemeinsamer Auslöser vorlag.
Deutlich plausibler erscheint Fachleuten derzeit ein Problem innerhalb der Unterwasserhöhle. Denkbar sei, dass die Gruppe die Orientierung verlor, den Ausgang nicht mehr fand oder unter Wasser blockiert wurde. In diesem Fall könnte den Tauchern schließlich die Atemluft ausgegangen sein.
Panik als tödliches Risiko
Für Tauchgänge in solchen Tiefen brauche es intensive Ausbildung und regelmäßiges Training, betonen Experten. Der Körper müsse sich langsam an die extremen Druckverhältnisse gewöhnen.
Besonders gefährlich sei unter Wasser Panik. Diese könne zu hektischer Atmung, Desorientierung und folgenschweren Fehlern führen. „Panik“ müsse unbedingt vermieden werden, erklärte ein Experte gegenüber Corriere della Sera. Selbst moderne Technik könne Risiken bei Tauchgängen in großer Tiefe nur begrenzt reduzieren.