Die Wiener Abfallwirtschaft entpuppt sich als einer der stärksten Wirtschaftstreiber der Stadt: Hier sichert ein Arbeitsplatz österreichweit 1,64 weitere Jobs.
Wien beweist auf eindrucksvolle Weise, dass Abfall längst kein lästiges Nebenprodukt mehr ist, sondern ein echter Job- und Geldbringer. Während die Einwohnerzahl der Stadt wächst, schrumpft der Restmüll pro Kopf - seit 2015 um satte 15 Prozent. Gleichzeitig erwirtschaftet die Branche unglaubliche 2,73 Milliarden Euro Umsatz und sichert stolze 12.000 Arbeitsplätze.
"Ein Arbeitsplatz in der Wiener Abfallwirtschaft sichert österreichweit 1,64 weitere Jobs", sagte Tobias Olbrich, Branchensprecher der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WK Wien, bei der Präsentation der aktuellen Studie "Die Abfallwirtschaft Wiens als Triebfeder für wirtschaftlichen Erfolg", die im Auftrag der Fachgruppe erstellt wurde. "Die Wiener Abfallwirtschaft ist das Herzstück der Kreislaufwirtschaft und damit unverzichtbar für das Zusammenspiel von Klimaschutz, Energieversorgung und Lebensqualität."
Rohstoffschürfer der Zukunft
Die Entsorgungsbetriebe gelten inzwischen als "Rohstoffschürfer der Zukunft". Aus alten Materialien holen sie wertvolle Stoffe zurück, die in der Kreislaufwirtschaft dringend gebraucht werden. Trotz der wie erwähnt stark steigenden Bevölkerung sanken die Emissionen der Branche seit 2005 um 311.000 Tonnen CO2. Darüber hinaus liefert Wiens Müllverbrennung mit Fernwärme und Ökostrom einen entscheidenden Beitrag für die Energieversorgung der Bundeshauptstadt.
Österreich recycelt 34 Prozent seines Abfalls - bei Metall, Papier und Glas liegt Wien besonders weit vorne. Im internationalen Vergleich mit anderen europäischen Hauptstädten schafft es Wien sogar auf Platz drei. Aber auch Entrümpler spielen eine wichtige Rolle: Sie setzen jährlich 350 Millionen Euro um. Und ohne Straßen- und Winterdienst wäre eine funktionierende Entsorgung überhaupt nicht möglich, vor allem wegen Glatteis und Nässe.
"Wer Kreislaufwirtschaft will, muss Entsorgungsbetriebe stärken", unterstrich Olbrich zum Abschluss seiner Ansprache.