Schon 65 Tote

Zu 90 Prozent tödlich: Neuer Virus-Alarm in Afrika

Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ist Ebola ausgebrochen. 

Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC meldete am Freitag vier Tote in der Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Bisher seien demnach 13 Ebola-Fälle von einem Labor in der Hauptstadt Kinshasa bestätigt worden. Insgesamt gebe es aktuell 246 Verdachtsfälle sowie 65 gemeldete Todesfälle, wie die Africa CDC mitteilte.

Erste Laborergebnisse deuteten darauf hin, dass es sich nicht um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus handle, sondern um eine andere Art des Virus. Ergebnisse einer Sequenzierung, um den Stamm weiter zu charakterisieren, werden laut Africa CDC innerhalb der nächsten 24 Stunden erwartet. Da sich der Ausbruch der tödlichen Fieberkrankheit in einer städtischen Grenzregion mit intensiven Bevölkerungsbewegungen befinde, äußerte sich die Gesundheitsbehörde besorgt über das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus. Eine dringende Sitzung zur Koordinierung mit Gesundheitsbehörden aus dem Kongo, Uganda und dem Südsudan sowie internationalen Gesundheitsorganisationen sei daher einberufen worden.

In der Provinz Ituri operieren Milizen der dschihadistischen Allied Democratic Forces (ADF) und anderer Organisationen und verüben immer wieder Massaker. In Kooperation mit der kongolesischen Armee gehen auch ugandische Streitkräfte gegen die Milizen vor. Erst Mitte April starben 69 Menschen in der Region bei einem Angriff einer anderen Miliz, der Codeco, die vor ihrer Mutation zu einer bewaffneten Rebellenbewegung eine einflussreiche landwirtschaftliche Kooperative war. Anfang April schlug die ADF zu und tötete 43 Menschen im Gebiet Mambasa in Ituri.

Gesundheitswesen in der Provinz durch Kämpfe geschwächt

Nicht zuletzt wegen dieser Angriffe ist das Gesundheitswesen in der Region ohnehin stark geschwächt. Dazu kommt, dass die Provinz für viele humanitäre Hilfsorganisationen eine No-Go-Area ist, weil es einfach zu gefährlich ist. Sarah Easter, Krisenreporterin der Hilfsorganisation CARE, berichtete der APA beispielsweise, dass etwa die Umgebung der Stadt Komanda in der Provinz ein "Death Corridor" ist. Männer, die sich in ihren Dörfern blicken lassen, riskieren erschossen zu werden. Frauen werden oft zuerst vergewaltigt, um anschließend ebenso getötet zu werden.

In der Region gibt es immer wieder Ebola-Ausbrüche, zuletzt im Herbst des Vorjahres in der Provinz Kasai im Süden des Landes an der Grenze zu Angola. Die dichten Tropenwälder des Kongo gelten als natürliches Reservoir für das Ebola-Virus. Es verbreitet sich durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Zu den Symptomen gehören Schwächegefühl, Muskelschmerzen, Kopf- und Halsschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Wenn Infizierte nicht sofort behandelt werden, liegt die Sterblichkeit nach Angaben des deutschen Robert Koch-Instituts bei bis zu 90 Prozent. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Im Frühjahr 2025 kam es im Nachbarland der Demokratischen Republik Kongo, Uganda, zu einem Ebola-Ausbruch.

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