Rahmenabkommen
Trump macht Rückzieher: Keine Strafzölle gegen die EU
21.01.2026US-Präsident Donald Trump zufolge ist ein Rahmenabkommen zu einer zukünftigen Vereinbarung über Grönland erzielt worden.
Daher würden die für den 1. Februar geplanten neuen US-Zölle nicht erhoben, schrieb Trump am Mittwoch auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social.
- "Sie nannten mich Daddy": Trumps Aufreger-Rede in Davos
- Rede in Davos: Hat Trump Grönland mit Island verwechselt?
- Trump zu Grönland: "Gebt uns diesen Eisbrocken"
Die Einigung sei bei einem produktiven Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezüglich der Insel und der gesamten Arktis erzielt worden. Diese Lösung sei großartig für die USA und alle NATO-Staaten.
Gespräche über das Raketenabwehrsystem
Trump fügte hinzu, dass außerdem Gespräche über das Raketenabwehrsystem Golden Dome in Bezug auf Grönland liefen. Die weiteren Verhandlungen sollen unter anderem Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio führen.
Die Trump-Erklärung
Auf Truthsocial schrieb Trump wörtlich:
„Auf Grundlage eines sehr produktiven Treffens, das ich mit dem Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, hatte, haben wir den Rahmen für ein zukünftiges Abkommen in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion geschaffen. Diese Lösung wird, sofern sie zustande kommt, eine große Errungenschaft für die Vereinigten Staaten von Amerika und alle NATO-Staaten sein. Auf Basis dieses Verständnisses werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen.
Zusätzliche Gespräche werden derzeit über den „Golden Dome“ geführt, soweit er Grönland betrifft. Weitere Informationen werden verfügbar gemacht, sobald die Gespräche voranschreiten.
Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Sondergesandter Steve Witkoff sowie weitere Personen nach Bedarf werden für die Verhandlungen verantwortlich sein — sie werden direkt an mich berichten.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit!“
EU-Sondergipfel in Brüssel
Für Donnerstag ist ein EU-Sondergipfel geplant, bei dem es um den Umgang mit Trumps Zolldrohung gehen soll. Dieser soll weiterhin stattfinden, sagte eine Sprecherin von Ratspräsident António Costa.
Zuvor hatte Trump in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos sofortige Verhandlungen über den Erwerb Grönlands gefordert. Die Arktik-Insel liege an einem strategisch wichtigen Ort und sei unverteidigt, sagte Trump. Zur Durchsetzung seiner Forderung werde er "keine Gewalt anwenden", betonte Trump weiter. Nach Trumps Rede stellte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen Mittwochabend klar, dass derartige Gespräche für sein Land nicht infrage kämen.
Außerdem zeigte sich Rasmussen erleichtert über die Ankündigung Trumps, den Handelsstreit zu beenden. "Der Tag endet besser, als er begonnen hat", sagte der Minister. Es sei positiv, wenn dies bedeute, dass man zu normaleren Kommunikationskanälen als der Online-Plattform Truth Social zurückkehren könne. Wichtig sei außerdem, dass eine Lösung gefunden werde, die die Menschen in Grönland respektiere. Dänemark wolle auf die Bedenken der USA eingehen.
Kopenhagen baut Militärpräsenz weiter aus
Kopenhagen kündigte unterdessen an, seine Militärpräsenz auf Grönland weiter auszubauen. "Zum ersten Mal wurden Spezialisten des Jaegerkorpset in den rauesten Gebieten Grönlands an der Küste von Blosseville stationiert", teilte das dänische Arktiskommando am Mittwoch unter Verweis auf eine Spezialeinheit des dänischen Heeres mit. Ziel des Einsatzes sei "die Stärkung der Präsenz in der Arktis".
Außerdem habe sich die dänische Fregatte "Peter Willemoes" dem Manöver "Arctic Endurance" angeschlossen, das in der vergangenen Woche in Grönland begonnen hatte. Nach Angaben des Arktiskommandos ist zudem die französische Fregatte "Bretagne" gemeinsam mit dem dänischen Schiff "Thetis" im Nordatlantik unterwegs.
Die französische Armee hatte angekündigt, die "Bretagne" in den Nordatlantik zu entsenden, um "die Lage in einem strategisch wichtigen und anspruchsvollen Gebiet zu beurteilen". Laut der französischen Armee handelt es sich bei der Entsendung der "Bretagne" um einen "regulären Beitrag der französischen Marine zur Sicherheit der gemeinsamen Seegebiete".
Trump fordert Ukraine-Kriegsende
Bei seiner Rede beim WEF in Davos forderte Trump auch ein schnelles Kriegsende in der Ukraine. Allein im vergangenen Monat seien 31.000 Menschen getötet worden, sagte Trump. "Es ist ein Blutbad dort, und ich will, dass es endet." "Was bekommen die Vereinigten Staaten für all diese Arbeit, dieses Geld, außer Tod, Zerstörung und riesige Geldsummen für Menschen, die nicht anerkennen, was wir tun", sagte Trump. Die NATO und Europa müssten sich um die Ukraine kümmern. "Die USA sind weit entfernt. Wir haben einen großen, schönen Ozean, der uns davon trennt. Wir haben damit nichts zu tun."
Ein für Mittwoch geplantes Treffen Trumps mit Wolodymyr Selenskyj fand indes nicht statt. Wie ein Sprecher des ukrainischen Präsidenten laut Ukrinform mitteilte, befand sich Selenskyj noch in Kiew. Der US-Fernsehsender CNN berichtete in weiterer Folge, dass das Treffen nun am Donnerstag stattfinden werde. Er glaube, dass der ukrainische Präsident einen Deal machen wolle, behauptete Trump in Davos. "Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermaßen nah dran sind."
Stocker in Davos
In Davos ist auch ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker. Ein mit Selenskyj ebenfalls für Mittwoch geplantes Meeting solle aber nachgeholt werden, teilte Stockers Sprecherin der APA mit. Schwerpunkt von Stockers wirtschaftspolitischen Arbeitstreffen in der Schweiz ist die Umsetzung der neu beschlossenen österreichischen Industriestrategie.
"Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten ist der Dialog wichtiger denn je: Wirtschaftliche Zusammenarbeit schafft Vertrauen, stärkt Stabilität und ist oft auch dort Brückenbauer, wo politische Wege schwieriger werden. Foren wie das Weltwirtschaftsforum bieten den Raum, diesen Austausch direkt, offen und im persönlichen Gespräch zu führen", teilte das Bundeskanzleramt in einer Aussendung mit.