Laut Witkoff

Trump wundert sich, warum der Iran nicht kapituliert

22.02.2026

US-Präsident Donald Trump wundert sich nach den Worten seines Sondergesandten Steve Witkoff darüber, dass der Iran trotz des verstärkten US-Militäraufgebots in der Region und fortgesetzter Drohungen nicht "kapituliert".  

Zur Vollversion des Artikels
© Getty
Zur Vollversion des Artikels

Der Präsident sei "neugierig" auf die Haltung der iranischen Regierung, nachdem er dem Land im Fall einer ausbleibenden Einigung über das iranische Atomprogramm mit ernsten Konsequenzen gedroht hatte, sagte Witkoff am Samstag (Ortszeit) in einem Interview.

"Ich will nicht das Wort 'frustriert' benutzen, weil er weiß, dass er zahlreiche Alternativen hat, aber er ist neugierig, warum sie nicht - ich will nicht 'kapituliert' sagen, aber warum sie nicht kapituliert haben", sagte Witkoff in dem Interview mit Trumps Schwiegertochter Lara Trump im Sender Fox News. "Unter all diesem Druck, angesichts der Seestreitkräfte dort drüben - warum sind sie nicht auf uns zugekommen?", führte der Sondergesandte weiter aus. Es sei "irgendwie hart", die iranische Führung zum Einlenken zu bewegen.

US-Militärpräsenz zuletzt massiv ausgeweitet

Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Golfregion zuletzt massiv ausgeweitet. US-Präsident Trump erwägt nach eigenen Angaben einen "begrenzten Militärangriff" auf den Iran, falls es im Atomstreit zwischen Teheran und Washington zu keiner Einigung kommen sollte. Vor wenigen Tagen hatte Trump dem Iran eine Frist bis Anfang März gesetzt. Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araqchi will Teheran in den kommenden Tagen einen Entwurf für ein Abkommen mit den USA vorlegen.

Die Infografik zeigt die wichtigsten Ereignisse im Konflikt um das iranische Atomprogramm von 2002 bis 2026. 2002 wird Irans Urananreicherung bekannt, 2006 folgen UNO-Sanktionen. 2015 wird das Wiener Abkommen geschlossen, das Sanktionen gegen Kontrolle des Atomprogramms tauscht. 2018 und 2019 steigen die USA aus dem Abkommen aus und verhängen erneut Sanktionen. 2025 bombardieren Israel und die USA iranische Atomanlagen, alle UNO-Sanktionen treten wieder in Kraft. 2026 beginnen neue Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Eine Karte markiert die Standorte Teheran, Fordo, Natanz und Isfahan. Quelle: APA.
 

Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Es waren die ersten Gespräche seit dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni 2025, bei dem die USA an der Seite Israels eingriffen und mehrere iranische Atomanlagen bombardierten. Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück und beharrt auf seinem Recht, Uran für zivile Zwecke anzureichern.