Der Militärexperte rechnet mit einem US-Angriff bereits am Wochenende.
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf den Iran und drängt die Führung in Teheran zu einer zügigen Einigung. Sollte keine Lösung im Atomstreit erzielt werden, würden „schlimme Dinge“ passieren, warnte Trump am Donnerstag in Washington. Er nannte in diesem Zusammenhang eine Frist von zehn Tagen, ohne näher darauf einzugehen. Während die USA ihre Truppenpräsenz im Nahen Osten weiter verstärken, wächst international die Sorge vor einem neuen Krieg.
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Washington fordert vom Iran den vollständigen Verzicht auf die Urananreicherung sowie die Aufgabe des Programms für ballistische Langstreckenraketen. Teheran besteht darauf, dass das Atomprogramm friedlichen Zwecken diene, und bezeichnet Forderungen nach einer Begrenzung seines Raketenarsenals als rote Linie.
Die Spannungen werden durch militärische Muskelspiele auf beiden Seiten verschärft. Die USA haben Flugzeugträger und Kampfflugzeuge in die Region verlegt. Satellitenbilder zeigen zudem Vorbereitungen auf US-Stützpunkten im Nahen Osten.
Kurzer Angriff
Der Schweizer Militärexperte Albert Stahel hält das aktuelle Großaufgebot der USA vor der iranischen Küste für eine reine Machtdemonstration von Donald Trump. Er rechnet am Wochenende oder kurz danach lediglich mit einem begrenzten Luftschlag – „mit fünf bis zehn Tarnkappen-Bombern“. Möglich seien zudem Marschflugkörper von U-Booten. „Dieser Angriff könnte zwei bis drei Tage dauern. Maximal eine Woche“, so der Experte zur FOCUS.
Stahel sieht mehrere mögliche Ziele eines solchen Einsatzes: die Bombardierung verbliebener Urananlagen, die Ausschaltung der iranischen Führung bis hin zur Tötung von Revolutionsführer Ali Chamenei sowie die Schwächung der Revolutionsgarden. „Trump will die Enthauptung des Mullah-Regimes. Er will Chamenei töten“, sagt Stahel.
Widerspruch kommt vom Militärexperten Klemens Fischer. „Für die Tötung Chameneis bräuchten die USA Bodentruppen. Diese Operation überlassen sie den Israelis. Ein koordinierter Angriff der USA wird sich auf die Urananlagen beschränken“, so Fischer.Stahel geht ebenfalls davon aus, dass „Trump auf Bodentruppen verzichten“ wird. Der Iran sei „ein riesiges Land, sehr bergig“, für eine Invasion wären „300.000 bis 500.000 Soldaten“ nötig. Eine groß angelegte Bodenoffensive könnte Trump innenpolitisch schaden, da viele Anhänger seiner „MAGA“-Bewegung umfangreiche Auslandseinsätze ablehnen.