Scheindebatte oder mutige Ansage?

Russisches Staatsfernsehen überrascht mit Kriegskritik

18.05.2022

Der russische Militärexperte Michail Chodarjonok überrascht im Staatsfernsehen mit kritischen Aussagen. Glaubt Russland selbst nicht mehr an einen Sieg?

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Oberst Michail Chodarjonok sorgte mit seinem Auftritt in einer Talkshow des russischen Senders Rossija 1 weltweit für Aufsehen. Denn der Militärexperte macht darin seine pessimistische Einschätzung der Lage in der Ukraine öffentlich. Und auch wenn Chodarjonok als Realist gilt, überrascht die Tatsache, dass der Kreml diese Äußerungen ausstrahlt. 

Auf Twitter wird bereits darüber diskutiert, ob der Auftritt Chodarjonoks vom Kreml selbst gesteuert war, um eine "Scheindebatte" zu inszenieren – andere Stimmen hingegen behaupten, der interne Streit zwischen den Kriegsbefürwortern und den Friedensbefürwortern in Russland werde immer öffentlicher ausgetragen, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass immer weniger Russen noch an einen Sieg glauben. 

Ukrainische Armee verkündet Gebietsgewinn

Denn die ukrainische Armee hat eigenen Angaben nach einen weiteren Gebietsgewinn bei der ostukrainischen Metropole Charkiw gemacht. Aufgrund eines Vorstoßes sei nördlich der Millionenstadt die Ortschaft Dementijiwka befreit worden, postete der Generalstab am Mittwoch auf Facebook. Das Dorf liegt etwa acht Kilometer von der russischen Grenze entfernt. In den letzten Wochen hatten die Ukrainer die russischen Truppen im Norden und Nordosten Charkiws immer weiter zurückgedrängt.
 

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