"Einschüchterung"

US-Medienaufsicht prüft nach Trump-Kritik ABC-Sendung "The View"

07.02.2026

In den USA geht die Medienaufsicht FCC vor dem Hintergrund von Beschwerden des US-Präsidenten Donald Trump gegen den Sender ABC vor.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Nach Angaben von Insidern wurde eine Untersuchung wegen der Talkshow "The View" eingeleitet. Demnach wird dem Vorwurf nachgegangen, ob bei dem Auftritt eines Politikers der oppositionellen Demokraten gegen die Regeln zur Gleichbehandlung von Wahlkandidaten verstoßen wurde.

Die unter Kontrolle der regierenden Republikaner stehende Aufsichtsbehörde hatte im vergangenen Monat festgelegt, dass Talkshows nicht mehr als reine Nachrichtensendungen gelten. Damit entfällt für sie die Ausnahme von der Regel, wonach gegnerischen Kandidaten die gleiche Sendezeit eingeräumt werden muss ("Equal Time Rule").

Bis Jänner hatten sich Sender auf eine Entscheidung aus dem Jahr 2006 zur "Tonight Show" von Jay Leno berufen können, die Talkshows weitgehende Freiheiten bei Gästeauswahl gewährte. Weder die FCC noch der Disney-Konzern, zu dem ABC gehört, wollten sich zunächst zu dem Vorgang äußern.

Trump kritisiert ABC-Berichterstattung als "einseitig"

Trump hat FCC-Chef Brendan Carr wiederholt dazu gedrängt, gegen Sender vorzugehen, deren Berichterstattung er als einseitig kritisiert. Carr hatte bereits im September angeregt, den Status von "The View" zu überprüfen. Auslöser der aktuellen Ermittlungen ist ein Interview vom Montag mit dem texanischen Abgeordneten James Talarico, der sich um die Senatskandidatur der Demokraten bewirbt. Die demokratische FCC-Kommissarin Anna Gomez kritisierte, bei dem Vorgehen der Behörde handle es sich um "staatliche Einschüchterung" und nicht um eine legitime Untersuchung.