Mit Iran

USA setzt auf Diplomatie im Atomstreit

© AP
US-Präsident Barack Obama mahnt weiter zur Besonnenheit.
Zur Vollversion des Artikels

Im Atomstreit mit der Teheraner Regierung dringt US-Präsident Barack Obama auf Besonnenheit. Die USA würden eine nukleare Bewaffnung des Iran nicht tolerieren und auch ein militärisches Eingreifen nicht ausschließen, sagte Obama am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Washington. Es gebe aber nach wie vor die Möglichkeit, den Streit mit Hilfe von Diplomatie beizulegen. Gelegenheit dazu böten die Sechs-Parteien-Gespräche. Angesichts einer wachsenden Kriegsgefahr hatten zuvor die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates und Deutschland ein Gesprächsangebot der Teheraner Führung angenommen.

Obama kritisierte zugleich, mit welcher "Lässigkeit" im US-Wahlkampf über einen möglichen Krieg mit der Islamischen Republik gesprochen werde. Wer mit dem Säbel rassle, müsse auch Kosten und Nutzen einer Militäraktion darlegen, sagte Obama. Die Vorstellung, dass die USA binnen der kommenden Wochen oder Monate eine Entscheidung im Iran-Konflikt treffen müssten, basiere nicht auf Fakten.

Die jüngsten Fortschritte des Iran bei der Urananreicherung und die Verbunkerung von Atomanlagen ließen zuletzt vor allem in Israel die Alarmglocken schrillen. Das Land sieht sich durch den Iran in seiner Existenz bedroht und macht keinen Hehl daraus, dass es die Führung in Teheran notfalls mit militärischen Mitteln am Bau von Atomwaffen hindern wird. In der israelischen Presse wird diese Option seit Tagen bis ins Detail diskutiert.

Netanyahu glaubt an Krieg
Am Montag hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu Obama bei einem Treffen in Washington zwar versichert, Israel habe noch keine Entscheidung über einen Angriff auf iranische Atomanlagen getroffen. Sein Land behalte sich aber das Recht auf Militäraktionen vor, sagte Netanyahu nach Informationen aus seiner Umgebung. Obama warb dafür, den gegen den Iran verhängten Sanktionen und der Diplomatie mehr Zeit zu geben. Netanyahu machte bei den Gesprächen deutlich, dass aus Sicht Israels die Zeit für eine politische Lösung knapp werde.