Droht USA

Wegen Grönland: Austro-Aktivist sorgt in den USA für Aufregung

09.01.2026

In den sozialen Netzwerken geht seit einigen Tagen ein Video-Clip eines österreichischen Aktivisten viral: 

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© YouTube
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 Gunther Fehlinger wird auf renommierten nordamerikanischen Medienplattformen wie CBC, "The Mirror US" oder "Daily Express US" zitiert mit den Worten, dass Europa im Falle einer Annexion Grönlands durch die USA alle amerikanischen Militärbasen auf dem Kontinent beschlagnahmen würde. Sie bezeichnen Fehlinger dabei fälschlicherweise als "NATO-Beamter".

Fehlinger hat einen Verein namens "Österreichisches Komitee für die NATO-Erweiterung" gegründet. Dieser hat keine offizielle Verbindung zum Militärbündnis, in dem Österreich kein Mitglied ist. Das österreichische Außenministerium stellte auf APA-Anfrage klar, dass Fehlinger kein Vertreter Österreichs ist.

"Dass es da in der Berichterstattung zu einer Verwechslung kommt, und mich manche US-Medien als 'NATO official' bezeichnen, tut mir leid", sagte der Aktivist selbst zur APA. Aber: "Was ich gesagt habe, muss die Amerikaner erreichen", so Fehlinger weiter. In dem Video hatte er erklärt: "Wenn (die USA) Grönland einnehmen, nehmen wir ihnen jeden einzelnen amerikanischen Stützpunkt weg, von Aviano bis Ramstein..." Rechtlich, behauptet er gegenüber der APA, sei diese Maßnahme "eh relativ leicht machbar". Es müssten einfach die "Status of Forces Agreements", welche die amerikanischen Militärbasen in Europa erlauben, in Frage gestellt werden.

Video als Reaktion auf X-Post von Katie Miller

Der Video-Clip wurde erstmals Montag früh von Fehlinger auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht - und schnell auf X und Reddit geteilt. Der Aktivist wollte damit einen X-Beitrag von Katie Miller, Ehefrau des stellvertretenden Stabchefs von Trump, Stephen Miller, zurückweisen, erklärt er gegenüber der APA. Sie hatte ein Bild von Grönland mit der US-Flagge und der Überschrift "Bald" veröffentlicht. "Daraufhin habe ich mich zu Wort gemeldet. Eine militärische Expansion von Amerika muss absolut zurückgewiesen werden", führt er aus.

Fehlinger findet es grundsätzlich "unrealistisch", dass die USA wirklich militärisch gegen Grönland vorgehen werden. "Es ist absoluter Humbug." Aber, so sagt er, die Aussage sei schon von einigen wichtigen Persönlichkeiten im Land vorangetrieben und verbreitet worden. Unter ihnen Trump selbst. Und: "Wenn man sich jetzt schon gegenseitig bedroht, dann muss man natürlich auch klar machen, was am Spiel steht", so Fehlinger.

Der Aktivist hatte in der Vergangenheit schon öfter provokante Äußerungen getätigt. So forderte er zum Beispiel den Zerfall einiger Staaten, die er als Rivalen der NATO betrachtet. Zuletzt sorgte er im September 2025 für heftige Reaktionen aus Indien, nachdem er auf X zu einer "Zerlegung Indiens" aufrief und eine Karte teilte, die indisches Territorium unter den Nachbarländern aufteilte. Sein Konto wurde im Land gesperrt.

Ex-General äußert sich ähnlich

Allerdings: Mit seinen Ansichten ist Fehlinger nicht allein. Auch der pensionierte französische General Michel Yakovleff sagte kürzlich in einem Fernseh-Interview, dass Europa den Abzug der US-Truppen veranlassen würde, sollte die NATO aufgrund von Trumps Grönland-Offensive zerbrechen. "Wir werden keinen Krieg gegen die Vereinigten Staaten führen... uns fehlen die Mittel", so Yakovleff. Aber amerikanische Soldaten würden vertrieben werden. "Kein einziges Schiff von euch wird mehr im Mittelmeer sein", führt er aus. "Wenn die NATO zerbricht, dann ist es Zeit, mit Anwälten zu sprechen und über eine Trennung nachzudenken."

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