US-Präsident Donald Trump bringt Grönland erneut als strategisches Ziel ins Spiel. Von Kaufangeboten über hohe Einmalzahlungen bis hin zu militärischen Drohkulissen reicht die bedrohliche Sprache der USA.
Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und steht nicht zum Verkauf. Eigentümer des größten Teils der Fläche ist der Staat – entweder Grönland selbst oder Dänemark. Private Grundstücke existieren kaum, stattdessen werden Nutzungsrechte vergeben.
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Schätzungs-Krimi geht bis zu hunderte von Milliarden
Mehrere Analysen zeigen dennoch, welches wirtschaftliche Potenzial in der Insel steckt. Eine Immobilienanalyse des auf Großflächen spezialisierten Unternehmens „Schenks“ kommt – je nach Bewertungsmodell – auf extrem unterschiedliche Summen. Rechnet man etwa den dänischen Blockzuschuss über Jahrzehnte hoch, ergibt sich ein Wert im zweistelligen Milliardenbereich. Setzt man theoretische Bodenpreise für die eisfreien Flächen an, läge der rechnerische Wert bei mehreren hundert Milliarden Euro. Am oberen Ende stehen Schätzungen zu Bodenschätzen, insbesondere Seltenen Erden, die einen Wert von bis zu 3,76 Billionen Euro erreichen könnten.
Wird Grönland wie eine Immobilie behandelt?
Ähnlich fallen Berechnungen aus den USA aus. Eine Studie im Auftrag des American Action Network schätzt den Wert aller bekannten Bodenschätze auf rund 4,4 Billionen US-Dollar. Da jedoch nur ein kleiner Teil davon aktuell wirtschaftlich abbaubar ist, reduzieren die Autoren den realistisch nutzbaren Wert auf 186 Milliarden Dollar. Bezieht man zusätzlich die strategische Lage Grönlands im Nordatlantik ein, ergibt sich laut Studie ein theoretischer Preis von rund 2,76 Billionen Dollar. Experten halten diese Zahlen für grundsätzlich realistisch – betonen aber, dass sie rein hypothetisch sind.
85 Prozent der Bevölkerung lehnen Annexion ab
Politisch ist die Lage eindeutig: Über die Zukunft Grönlands entscheiden allein seine rund 57.000 Einwohner. Umfragen zeigen zwar eine starke Unterstützung für eine mögliche Unabhängigkeit von Dänemark, einen Anschluss an die USA lehnen jedoch rund 85 Prozent ab. Dänemark, Grönland und mehrere europäische Staaten haben Trumps Avancen klar zurückgewiesen. Auch Völkerrechtsexperten verweisen auf das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung, das einen „Kauf“ ausschließt.
Trump will Grönländer pro Kopf bezahlen!
Trump soll dennoch erwogen haben, die Grönländer mit Einmalzahlungen zwischen 10.000 und 100.000 Dollar pro Person zu einem Kurswechsel zu bewegen. Selbst bei der höchsten Summe würde dies jedoch nur rund sechs Milliarden Dollar kosten – ein Betrag, der in keinem Verhältnis zu den geschätzten Billionenwerten der Insel steht. Grönländische Politiker reagierten empört und bezeichneten die Idee als respektlos und realitätsfern.