Kampf gegen Clans

400 Polizisten: Mega-Razzia in der Bordell-Szene

10.05.2025

Schlag gegen das organisierte Verbrechen: Am späten Samstagabend haben Polizei, Zoll und Ordnungsbehörden in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen eine großangelegte Razzia durchgeführt. 

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Im Fokus standen die Türsteher-Szene sowie Firmen aus dem Sicherheits- und Bewachungsgewerbe mit mutmaßlichen Verbindungen zu Clans und Rockergruppen.

Gegen 22.15 Uhr beginnt der Zugriff in Duisburg: Im flackernden Blaulicht umstellen Dutzende Einsatzkräfte das bekannte Bordellviertel – niemand kommt mehr hinein oder hinaus. Parallel dazu durchsuchen Ermittler auch Objekte in Dortmund, Essen, Köln, Recklinghausen und im Kreis Wesel. Insgesamt sind rund 400 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Unterstützt werden sie von der Gewerbeaufsicht, dem Zoll sowie Mitarbeitenden der Ausländerbehörden.

"Dunkles Nachtleben"

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) begleitet den Einsatz. Er sagt bei der BILD: „Im dunklen Nachtleben machen Clans und Rocker gerne ihr Geld – nicht nur mit Drogen oder schweren Straftaten, sondern auch durch systematische Verstöße im Kleinen. Genau da setzen wir an. Mit diesen Nadelstichen bringen wir Licht in die dunklen Ecken von Clubs, Diskotheken und Bars.“

Laut Erkenntnissen der Ermittler nutzen organisierte Strukturen wie Clanfamilien und Rockerbanden Sicherheitsfirmen als legale Fassade für ihre Geschäfte. Die Behörden stoßen dabei immer wieder auf Briefkastenfirmen, undurchsichtige Eigentümerwechsel und mutmaßlich gefälschte Prüfungszertifikate. Einige Geschäftsführer dieser Unternehmen sollen familiär in kriminelle Strukturen eingebunden sein und deutschlandweit Kontakte pflegen.

Steuerhinterziehung

Ein Ermittler spricht von „deutlichen Hinweisen auf Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und missachtete Vorschriften“. Angestellte seien oft unqualifiziert, würden bar bezahlt und wechselten regelmäßig die Firma – ein System, das eine Kontrolle erschwert und Steuerausfälle in erheblichem Umfang verursachen könne.

Der Einsatz diente nicht nur der Kontrolle, sondern auch der weiteren Aufklärung möglicher Verflechtungen zwischen vermeintlich legalen Betrieben und der organisierten Kriminalität. Ziel sei es laut Behörden, das kriminelle Geschäftsmodell systematisch zu durchleuchten – und dabei sowohl große als auch kleinere Verstöße aufzudecken. 

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