Crash im Atlantik

Atom-U-Boote waren leiser als Krabben

17.02.2009

Im Atlantik stießen zwei Atom-U-Boote zusammen - ein britisches und ein französisches. Sie fuhren ohne Sonar - "leiser als Krabben".

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Nach der Kollision von zwei Atom-U-Booten im Atlantik hat die französische Regierung Spekulationen über gefährliche Manöver in den Tiefen der Ozeane zurückgewiesen. "Es gibt keine Geschichte hinter dieser Sache", sagte Verteidigungsminister Herve Morin am Dienstag dem Fernsehsender Canal+.

Die beiden U-Boote aus Frankreich und Großbritannien hätten sich nicht gegenseitig verfolgt. Atom-U-Boote hätten nur einen Auftrag: Sie sollten unter Wasser sein und die nukleare Abschreckung gewährleisten. Die Kollision sei ein äußerst unwahrscheinlicher Zwischenfall und ein Zufall gewesen. 50 Jahre lang habe es keine Probleme gegeben.

"Leiser als eine Krabbe"
Der Zusammenstoß sei ganz jedoch einfach zu erklären. "Unsere U-Boote sind eben nicht zu entdecken", erläuterte Morin. "Sie sind leiser als eine Krabbe." Ähnlich äußerten sich britische Experten. Es sei wahrscheinlich, dass das Sonarsystem der U-Boote abgestellt war. So sollte wohl verhindert werden, dass sie erkannt werden konnten, hieß es.

250 Seeleute an Bord
Die beiden Boote mit insgesamt rund 250 Seeleuten an Bord waren nach offiziellen Angaben Anfang Februar im Atlantik zusammengestoßen. Verletzte gab es nicht. Von der atomaren Ausrüstung der U-Boote soll zu keiner Zeit eine Gefahr ausgegangen sein. Die atombetriebenen U-Boote können mit je 16 Raketen und einem Vielfachen an Atomsprengköpfen bestückt werden.

"Diese U-Boote liegen gewissermaßen am Meeresgrund herum. Alle ihre Sonarsysteme sind abgestellt, damit sich sich nicht gegenseitig aufspüren", sagte der britische Nuklear-Experte John Large dem Sender Channel 4. Der Schaden an dem französischen Boot "Le Triomphant" weise darauf hin, dass die "Vanguard" über das U-Boot gefahren sei. Vize-Admiral John McAnally, Präsident der Royal Naval Association, sagte, U-Boote seien generell so entworfen, dass sie sehr schwer zu entdecken seien.

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