'Kegelbrüder'
Ballermann-Bar von Feuerwehr-Männern (!) abgefackelt - 7 Jahre Haft drohen
30.01.2026Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand einer Ballermann-Bar auf Mallorca erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen 13 deutsche Urlauber. Ihnen wird vorsätzliche Brandstiftung vorgeworfen – einige von ihen waren sogar bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Am 20. Mai 2022 brannte die Bar „Why Not Mallorca“ an der Playa de Palma vollständig aus, auch ein darunterliegendes Bordell wurde schwer beschädigt. Spanische Ermittler gehen davon aus, dass 13 Mitglieder des Kegelklubs „Stramm am Tisch“ aus Münster (NRW) den Brand am ersten Tag ihres Mallorca-Urlaubs verursacht haben sollen. Darüber berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ).
Tschick auf Dach geworfen - mehrere Verletzte
Ursprünglich wurden die Männer beschuldigt, glimmende Zigarettenstummel auf das Dach der Bar geworfen zu haben. Die Beschuldigten kamen in Untersuchungshaft und wurden erst nach zwei Monaten gegen eine Kaution von insgesamt 500.000 Euro entlassen.
Schilfdach fing Feuer
Nun hat die mallorquinische Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Laut der „SZ“, der die Anklageschrift vorliegt, sollen die Männer in ihrem Hotel „Whala Beach Ellwood“ von Balkon zu Balkon geklettert sein – auch auf den Balkon eines unbewohnten Zimmers. Von dort sollen sie Zigarettenstummel gemeinsam mit „irgendeiner brennbaren Flüssigkeit wie Bier oder ähnlichem“ auf das Dach der Bar geworfen haben. Das Schilfdach und die Stoffmarkise hätten daraufhin Feuer gefangen.
Besitzer überlebte knapp
Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich keine Gäste in der Bar. Der Besitzer konnte sich retten. Wie die „SZ“ weiter berichtet, verletzte sich ein Mann am Fuß, eine Jugendliche erlitt eine Kopfverletzung, ein Anwohner musste wegen Rauchgasvergiftung behandelt werden.
Hammer-Prozess droht ihnen jetzt
Die Staatsanwaltschaft geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus und fordert für Tobias K., Florian S., Nico S., Lars R., Simon R., Onur K., Mika P., Nico E., Linus H., Julian G., David E., Jan A. und Hendrik K. jeweils sieben Jahre Haft sowie 100.000 Euro Schadenersatz.
Die Verteidigerin der Männer, María Barbancho, verweist laut „SZ“ auf „zahlreiche entlastende Anhaltspunkte“. Wann der Prozess beginnt, ist derzeit noch offen.