Keine Baugenehmigung
Gebäude im Libanon eingestürzt: Mindestens 9 Tote
09.02.2026Im Libanon sind beim Einsturz eines Gebäudes mindestens neun Menschen ums Leben gekommen.
Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, stürzte in der zweitgrößten Stadt Tripoli im Norden des Landes am Sonntag ein "altes Gebäude" im verarmten Stadtviertel Bab al-Tabbaneh ein. Neun Menschen seien tot aus den Trümmern geborgen worden, sagte der Leiter des Zivilschutzes, Imad Chreisch, lokalen Medien.
NNA zufolge befand sich unter den Todesopfern ein Kind und eine ältere Frau. Sechs Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden, teilte Zivilschutz-Leiter Chreisch mit. Das eingestürzte Gebäude bestand demnach aus zwei Blöcken mit jeweils sechs Wohnungen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie Rettungskräfte bis tief in die Nacht die Trümmer beseitigten. Die Suche nach Überlebenden dauerte an. Auch mehrere umliegende Gebäude wurden wegen Einsturzgefahr geräumt.
Es war schon der zweite tödliche Hauseinsturz in Tripoli seit Ende Jänner. Präsident Joseph Aoun wies den Rettungsdienst an, sich neben dem Rettungs- und Bergungseinsatz auch um die evakuierten Bewohner des eingestürzten Gebäudes und der benachbarten Gebäude zu kümmern.
Viele Gebäude ohne Baugenehmigung
Im Libanon sind viele Gebäude in einem sehr schlechten Zustand, darunter auch etliche Wohnhäuser. Viele Gebäude wurden ohne Baugenehmigung erbaut, vor allem während des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990. Oft werden bestehende Wohnhäuser zudem illegal um weitere Stockwerke erhöht.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die libanesischen Behörden schon 2024 aufgerufen, "dringend" die Sicherheit von Gebäuden im ganzen Land zu überprüfen. Dramatisch ist die Lage demnach vor allem in Tripoli, wo seit dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet im Februar 2023 "Tausende Menschen" in "unsicheren Gebäuden" lebten. Die Erschütterungen waren damals auch im Libanon zu spüren gewesen.
Laut Amnesty war der Zustand vieler Häuser in Tripoli wegen laxer Sicherheitsvorschriften und mangelnder Instandhaltung aber schon vor dem Erdbeben "katastrophal" gewesen.