Engel mit den Eis-Augen

Hier fliegt Knox in die Freiheit

02.10.2011

Der Engel mit Eisaugen tritt die Heimreise in die USA an - überglücklich.

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Die vom Vorwurf des Mordes freigesprochene US-Studentin Amanda Knox hat am Dienstag Italien verlassen. Die Amerikanerin, die am Montagabend nach vierjähriger Haft die Strafanstalt von Perugia verlassen hatte, stieg in eine Maschine der Fluggesellschaft British Airways nach London ein. Von dort aus sollen Knox und ihre Familie in ihre Heimatstadt Seattle weiterreisen.

Die 24-Jährige wartete in einer VIP-Lounge des römischen Flughafens auf die Abfahrt und mied die wartenden Journalisten. Die junge Frau wirkte erschöpft. Indes wollen die Staatsanwälte das Urteil nicht hinnehmen.

Eis-Engel spricht Helfern ihren Dank aus
In einem Brief an Corrado Maria Daclon, Generalsekretär einer amerikanisch-italienischen Stiftung, die sich in dem jahrelangen juristischen Tauziehen für Knox eingesetzt hatte, dankte die US-Amerikanerin den Italienern, die sie in diesen Jahren unterstützt haben. Jetzt wolle sie nur noch in ihre Heimat zurückkehren, jedoch in Zukunft wieder nach Italien reisen.

Berufung
Die Staatsanwälte Giuliano Mignini und Manuela Comodi wollen die Freisprüche nicht hinnehmen und vor das oberste Gericht in Rom als dritte und letzte Instanz ziehen, berichtete die dpa. "Ich habe noch nie einen solchen Mediendruck erlebt, so kann man nicht vorankommen", erklärte Mignini. "Das Urteil von Montagabend ist falsch und widersprüchlich. Also muss das Kassationsgericht entscheiden, wer Recht hat", verwies er auf die hohe Haftstrafe für beide in erster Instanz. Diese war vor allem von US-Medien mit erheblicher Kritik an Italiens Justiz bedacht worden.

Von Mord freigesprochen

Die US-Amerikanerin wurde am Montagabend von einem Berufungsgericht in Perugia vom Mordvorwurf freigesprochen und verließ kurz vor Mitternacht das Gefängnis. In erster Instanz war die 24-Jährige noch wegen Mordes und sexueller Nötigung an ihrer britischen Mitbewohnerin Meredith Kercher zu 26 Jahren Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht sprach auch Knox' Ex-Freund Raffaele Sollecito frei, der in erster Instanz zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war.

Verurteilt wegen Verleumdung

Wegen Verleumdung des kongolesischen Barmannes Patrick Lumumba, den Knox kurz nach ihrer Festnahme des Mordes beschuldigt hatte, wurde die US-Amerikanerin zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht bestätigte somit das erstinstanzliche Urteil. Die Haftstrafe von drei Jahren hatte Knox aber bereits abgesessen. Beide Angeklagten hatten ihre Unschuld betont. Kercher war Anfang November 2007 mit durchgeschnittener Kehle und Dutzenden Messerstichen übersät in dem Haus in Perugia gefunden worden, das die britische Austauschstudentin mit Knox bewohnte. Das Gericht hatte es in erster Instanz als erwiesen angesehen, dass Knox und Sollecito die Britin unter Einfluss von Drogen und Alkohol getötet hatten, während ein ebenfalls berauschter Bekannter, der Ivorer Rudy Guede, die Arme des Opfers festgehalten hatte.

16 Jahre Haft für Guede
Guede sitzt wegen des Mordes an Meredith in Haft. In einem verkürzten Verfahren war er zu 30 Jahren Haft verurteilt worden, die später auf 16 Jahre reduziert wurden. Ihm wurde eine Mitschuld am Mord angelastet. Nach dem Freispruch von Knox und Sollecito könnten die Rechtsanwälte jetzt eine Neuaufrollung von Guedes Prozess beantragen.

Familie des Opfers geschockt
Die Familie von Meredith Kercher will jetzt Einspruch gegen die Freilassung von Knox und Sollecito einreichen. "Wir respektieren das Urteil der Richter in Perugia, begreifen aber nicht, wie es möglich ist, dass das erstinstanzliche Urteil auf diese Weise geändert worden ist", sagte der Bruder des Opfers, Lyle Kercher, bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Perugia.

   "Der Freispruch wirft neue Fragen auf. Wir wissen, dass sich (der zu 16 Jahren Haft verurteilte Ivorer Rudy) Guede nicht allein am Tatort befand. Wenn Amanda und Raffaele nicht bei ihm waren, muss man herausfinden, wer beim Mord dabei war", so Lyle Kercher. "Wir wollen nicht, dass Unschuldige im Gefängnis sitzen. Wir wollen aber, dass die Wahrheit ans Licht kommt", sagte Merediths Schwester Stephanie. Die Familie Kercher werde weder Knox, noch Sollecito treffen, solange nicht die Hintergründe des Mordes in Perugia geklärt seien. "Das Traurigste für uns ist, zu wissen, dass der Mörder Merediths noch frei ist", so Stephanie Kercher.
 

Seite 2: So lief die Wende im spektakulären Prozess

 

Spektakuläre Wende im Fall Amanda Knox in Italien: Die US-Amerikanerin wurde am Montagabend von einem Berufungsgericht in Perugia vom Mordvorwurf freigesprochen und verließ kurz vor Mitternacht das Gefängnis, in dem sie fast vier Jahre lang inhaftiert gewesen war. In erster Instanz war die 24-Jährige noch wegen Mordes und sexueller Nötigung an ihrer britischen Mitbewohnerin Meredith Kercher zu 26 Jahren Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht sprach auch Knox' Ex-Freund Raffaele Sollecito frei, der in erster Instanz zu 25 Jahren Haft verurteilt worden war. Noch fliegt der "Engel mit den Eisaugen" nach Hause in die USA. Am Flughafen zeigte sie sich überglücklich, lachend fuhr sie die Rolltreppe in die Abflughalle hinab

Verurteilt - und doch frei
Wegen Verleumdung des kongolesischen Barmannes Patrick Lumumba, den Knox kurz nach ihrer Festnahme des Mordes beschuldigt hatte, wurde die US-Amerikanerin zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht bestätigte somit das erstinstanzliche Urteil. Die Haftstrafe von drei Jahren hatte Knox aber bereits abgesessen.

Beide Angeklagten hatten ihre Unschuld betont. Das Pärchen war elf Monate wegen Vergewaltigung und Mordes an Kercher in der mittelitalienischen Universitätsstadt vor Gericht gestanden. Wegen desselben Verbrechens war 2008 bereits der Ivorer Rudy Guede in einem verkürzten Verfahren zu 30 Jahren Haft verurteilt worden, die später auf 16 Jahre reduziert worden war.


Die Fotos: So reagierte Knox auf das Urteil:


Grausamer Mord Anfang November 2007
Kercher war Anfang November 2007 mit durchgeschnittener Kehle und Dutzenden Messerstichen übersät in dem Haus in Perugia gefunden worden, das die britische Austauschstudentin mit Knox bewohnte. Das Gericht erster Instanz hatte es als erwiesen angesehen, dass Knox und Sollecito die Britin unter Einfluss von Drogen und Alkohol getötet hatten, während ein ebenfalls berauschter Bekannter die Arme des Opfers festgehalten hatte.

Zweifel an DNA-Spuren
In dem Berufungsverfahren äußerten unabhängige Experten ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests, die zur Verurteilung von Knox und Sollecito geführt hatten. Die beiden Angeklagten beteuerten vor dem Urteilsspruch noch einmal ihre Unschuld: "Ich habe niemanden umgebracht, vergewaltigt oder bestohlen", sagte Knox unter Tränen. "Ich war überhaupt nicht da." Nach dem Freispruch brach die 24-Jährige in unkontrolliertes Schluchzen aus, ihre Eltern weinten. Ihre Schwester Deanna Knox sagte, für Amanda sei nun "ein Albtraum zu Ende". "Sie hat vier Jahre lang für ein Verbrechen gelitten, das sie nicht begangen hat."

Der Freispruch sei keiner aus Mangel an Beweisen, unterstrichen italienische Medien. Vollkommener könne ein Freispruch nicht sein. Die Suche nach dem Schuldigen müsse damit von vorne beginnen, hieß es in Kommentaren.

Tumulte vor dem Gerichtssaal
Vor dem Gerichtssaal spielten sich nach dem Urteilsspruch tumultartige Szenen ab. Für den Freispruch gab es Buh-Rufe und Jubel. Das Interesse an dem Prozess war enorm: Rund 400 Journalisten aus aller Welt waren angereist und hatten vor dem Gebäude ausgeharrt. Mehr als zehn Stunden berieten die zwei Richter und sechs Geschworenen, bevor sie das Urteil um etwa 22.00 Uhr verkündeten.

Noch in der Nacht aus dem Gefängnis entlassen
Nach dem Freispruch wurde Knox zunächst noch einmal in das Gefängnis bei Perugia gebracht, in dem sie seit ihrer Festnahme im November 2007 inhaftiert gewesen war. Kurz vor Mitternacht wurde sie in einem schwarzen Mercedes davongefahren. Sollecito seinerseits wurde von seinem Vater im Gefängnis abgeholt, sie machten sich auf den Weg in ihre süditalienische Heimat.

Knox: "Ich will einfach nur nach Hause"
Knox will nach Angaben einer Anwältin mit ihrer Familie gleich am Dienstag in die USA fliegen. "Ich habe das Unerträgliche ertragen", sagte die 24-Jährige nach Angaben von Corrado Maria Daclon, Generalsekretär einer amerikanisch-italienischen Stiftung, die sich in dem jahrelangen juristischen Tauziehen für Knox eingesetzt hatte. Sie wolle "einfach nur nach Hause, sich wieder mit ihrer Familie vereinen, ihr Leben wieder in Besitz nehmen und ihre Fröhlichkeit zurückgewinnen", sagte Daclon, der die 24-Jährige auf der Fahrt aus dem Gefängnis begleitete, nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. Das US-Außenministerium lobte unterdessen das italienische Rechtssystem: "Die USA erkennen die sorgsame Prüfung des Falles durch die italienische Justiz an", erklärte Außenamtssprecherin Victoria Nuland.

Familie des Opfers geschockt
Die Familie des Opfers zeigte sich geschockt von dem neuen Urteil und beklagte, dass das Opfer bei all den Schlagzeilen über den Prozess vergessen worden sei. Nachdem die Mutter von Kercher das Urteil im Gerichtssaal reglos und stumm aufgenommen hatte, erklärte die Familie später: "Wir können es nicht verstehen, wie das erste Urteil komplett umgedreht werden kann. Wir wollen, dass die Wahrheit ein für alle Mal herausgefunden wird."

Nächste Seite: Das dramatische Prozess-Finale - in unserem LIVE-TICKER zum nachlesen.

 

23:09 Uhr: Jetzt ist es soweit: In dem Gefängnishof formiert sich ein Auto-Konvoi aus Polizeiautos. Hier wird Amanda Knox in die Freiheit gefahren:

 

23:00 Uhr: "Der Alptraum ist vorbei": Mit diesen Worten kommentiert Amanda Knox' Schwester Diana den Urteilsspruch.

22:52 Uhr: Hektisches Treiben in der Gefängniseinfahrt: Jetzt werden die Vorbereitungen zur Freilassung getroffen. Ein Auto der Gefängnispolizei parkt vor der Einfahrt, sichert den Eingang ab:

 

22:36 Uhr: In diesem Moment erreicht Amanda Knox ein letztes Mal das Gefängnis: Unter Polizeischutz wird sie nochmals hierher gebracht, um ihre Sachen zu packen. Dann kann sie gehen.

 

22:32 Uhr: Pass abgelaufen: Knox wird aber nicht sofort aus Italien ausreisen können, um in die USA zurückzukehren. Der Pass der jungen Amerikanerin ist ausgelaufen, während sie sich hinter Gittern befand.

22:32 Uhr: Das Urteil beinhaltet neben dem Freispruch auch eine Verurteilung: Wegen Verleumdung des kongolesischen Barmannes Patrick Lumumba, den Knox kurz nach ihrer Festnahme des Mordes beschuldigt hatte, wurde die 24-Jährige von dem Gericht zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht bestätigte somit das erstinstanzliche Urteil. Die Haftstrafe von drei Jahren hat die Amerikanerin aber bereits abgesessen.

22:24 Uhr: Ein Blick auf das Gefängnistor: Hier wird Amanda Knox zusammen mit Raffaele Sollecito nach dem Urteilsspruch in die Freiheit gelassen. Ihrem Anwalt zufolge will sie sofort Italien verlassen.

 

22:13 Uhr: Tausende Schaulustige harren noch vor dem Gerichtsgebäude aus. Sie sind fassunglos über das Urteil:

 

22:06 Uhr: Die Familie der ermordeten Meredith Kercher ist geschockt. In einem Statement sagt ein Angehöriger: "Es ist ein Tag der Tränen".

22:03 Uhr: Knox und Sollecito werden nun zurück ins Gefängnis gebracht. Dort bekommen sie ihre Sachen ausgehändigt, dann die Entlassungspapiere. Dann können sie in Freiheit gehen.

21:58 Uhr: Sofort nach der Urteilsverkündung werden die nun Freigesprochenenen unter Polizeischutz aus dem Gebäude gebracht. Vor dem Gericht formiert sich Widerstand. Zorn macht sich breit, die, die mit dem Urteil nicht einverstanden sind, skandieren Schmährufe gegen das Gericht und die Anwälte.

21:55 Uhr: Amandas Familie bricht in Jubel aus. Alle Angehörigen fallen sich in die Arme.

21:52 Uhr: Paukenschlag in Perugia: Amanda Knox und ihr Ex-Freund Raffaele sind freigesprochen worden. Knox bricht in Freudentränen aus.

21:51 Uhr: Der Richter verkündet das Urteil.

21:48 Uhr: Jetzt ist es soweit: Die Richter betreten den Saal. Alle erheben sich.

21:47 Uhr: Die ersten Bilder aus dem Gerichtsaal - zum Durchklicken:

21:42 Uhr: Tränen fließen kurz vor der Urteilsverkündung: Amanda Knox ist mit den Nerven am Ende.

21:41 Uhr: Der "Engel mit Eisaugen" senkt immer wieder den Blick, starrt auf den Boden. Sie erhält Zuspruch von ihrem Anwalt. Sie sitzt in der ersten Reihe, nur zwei Meter daneben ihr mitangeklagter Freund.

21:35 Uhr: Jetzt wird die Angeklagte Amanda Knox in den Saal geführt. Direkt danach ihr Freund.

 

21:33 Uhr: Blick in den Saal: Hier werden die Richter gleich Platz nehmen. Offiziell in 12 Minuten.

 

21:27 Uhr: Nun erscheinen die Anwälte der Familie Kercher im Gerichtsaal. Sie nehmen in der ersten Reihe Platz, nachdem sie alle begrüßt haben. Hände werden geschüttelt, ein letztes Mal sich viel Glück gewünscht. +++ oe24.at berichtet LIVE AUS DEM GERICHTSAAL IN PERUGIA ++++

 

21:23 Uhr: Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA meldet, ist das Urteil nochmals verschoben worden: Jetzt soll es um 21:45 Uhr verkündet werden.

21:19 Uhr: Jetzt betreten die Angehörigen der ermordeten Meredith Kercher den Gerichtsaal.  Sie nehmen in den vorderen zwei Reihen im Blitzlichgewitter der Fotografen an den Pulten Platz. Viele Pressevertreter steigen auf Sessel, um das beste Foto zu bekommen.

21:06 Uhr: Ein Blick nach draußen, vor das Gericht: Fünf Carabinieri sichern den Eingang zum Gebäude. Der Platz davor ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Mikrofone stehen für erste Statements nach dem Urteilsspruch bereit. Erwartet wird, dass sich die Anwälte zum Prozess-Ende äußern werden.

21:03 Uhr: Dort, wo die Anwälte sitzen, werden nochmals die Mikrofone getestet. Die Zuschauer im Saal bilden Kleingruppen und diskutieren teils sehr angeregt untereinander. Nicht alle sitzen, zu groß ist die Aufregung.

20:57 Uhr: In dem Raum ist die Anspannung vor der Urteilsverkündung zu spüren. Zahlreiche Carabinieri sorgen für Ordnung. Die Mutter der ermordeten Meredith Kercher wird umarmt, getröstet.

20:54 Uhr: Im Gerichtssaal herrscht dichtes Gedränge. Unzählige Fotografen, Journalisten, Kamerleute befinden sich in dem Raum.

Seite 3: So plädierte Amanda Knox auf unschuldig

 

Amanda Knox spricht als Letzte. Sie fleht eindringlich um ihr Leben: "Ich habe nicht vergewaltigt, ich habe nicht gemordet." Mit tränenerstickter Stimme spricht der Engel mit den Eisaugen zu den Geschworenen, die über ihr Schicksal entscheiden. "Ich habe eine Freundin verloren, auf die schlimmste, brutalste und unerklärlichste Art, die es gibt. ... Wenn ich in dieser Nacht dort gewesen wäre, wäre ich auch gestorben. Der Unterschied aber war, dass ich nicht da war."

Die Anwälte von Amanda Knox und Raffaele Sollecito sind zuversichtlich, dass ihre Mandaten freikommen. Sollte der Prozess tatsächlich mit einem Freispruch enden, wollen die Beiden Italien noch heute verlassen.

Berufungsprozess
Seit November 2010 versuchen Knox und Sollecito, in dem Berufungsprozess ihre Unschuld zu beweisen. Der Ausgang des Verfahrens war bis zuletzt unklar, Beobachter und Medien hielten einen Freispruch für wahrscheinlich. Zu den Hauptargumenten der Verteidigung gehörten Fehler bei der Spurensicherung. Diese hätten die wichtigsten DNA-Beweise der Anklage nichtig gemacht. Das habe ein unabhängiges Gutachten bestätigt.

"Der einzige Beweis der Anklage, der Raffaele mit der Tat verbindet, hätte von Anfang an nicht benutzt werden dürfen", betonte Sollecitos Anwältin Giulia Bongiorno noch kurz vor der Urteilsverkündung. So seien undeutliche DNA-Spuren auf einem Büstenhalter des Opfers sichergestellt worden, der erst 46 Tage nach der Tat überhaupt gefunden worden sei. Auch die auf dem mutmaßlichen Mordmesser festgestellten DNA-Spuren Amandas seien offensichtlich verunreinigt, wie Rechtsmediziner festhielten. Man könne "mehrere genetische Profile" darin erkennen.

Nächste Seite: Der Ticker vom Prozess zum Nachlesen

11:30 Uhr: Ein Urteil wird frühestens für 20 Uhr erwartet.

 

10:50 Uhr: Die Verhandlung wird unterbrochen. Der Richter erinnert die Geschworenen nochmal an ihre Verantwortung.

10:46 Uhr: Knox beendet ihr Plädoyer. Sie bestreitet nochmals vehement entwas mit der Vergewaltigung und dem Mord an Meredith Kutcher zu tun gehabt zu haben.

10:38 Uhr: Knox muss immer wieder unterbrechen.

10:31 Uhr: Jetzt spricht Amanda Knox. Der Engel mit den Eisaugen spricht italienisch, sie weint.

10:27 Uhr: Immer wieder blickt Sollecito auf seine Unterlagen. Er entschuldigt sich für seine Nervosität.

10:26 Uhr: Sollecito scheint seine Nervosität abgelegt zu haben. Er spricht ruhig und sachlich.

10:20 Uhr: Das Plädoyer des Verteidigers dauerte rund 20 Minuten. Jetzt erteilt Richter Claudio Pratillo Hellmann dem Mtangeklagten Raffaele Sollecito, der heute ziemlich nervös wirkt, das Wort.

10:00 Uhr: Luciano Ghorga, der verteidiger von Amanda Knox, hat das Wort. Wild gestikulierend versucht er dem Engel mit den Eisaugen die Freiheit zu "erreden".

Der Mordfall erregte weltweites Aufsehen:

  • 2. November 2007: Halb nackt, vergewaltigt und mit durchschnittener Kehle wird die britische Austauschstudentin Meredith Kercher (21) in ihrer Wohnung in Perugia gefunden.
  • 5. Dezember 2009: Nach einem spektakulären Prozess wird Amanda Knox wegen des bestialischen Mordes in erster Instanz zu 26 Jahren Haft verurteilt. Aber: Zweifel an der Schuld des „Engels mit den Eisaugen“ bleiben.
  • 3. Oktober 2011: Das Berufungsverfahren ist zu Ende. Gutachter hatten die DNA-Beweise zerpflückt. Knox hofft auf Freispruch. Die Ankläger fordern lebenslang.
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