Neue Drohung

Im Fadenkreuz! Israel will weitere Iran-Anführer töten

26.03.2026

 Israels Armee hat nach der Tötung des Marine-Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden, Admiral Aliresa Tangsiri, damit gedroht, weitere wichtige Führungsfiguren im Iran ins Visier zu nehmen. 

Zur Vollversion des Artikels
© APA/AFP/ANGELA WEISS
Zur Vollversion des Artikels

Die Tötungen würden nicht aufhören, sagte Militärsprecher Effie Defrin am Donnerstagabend. "Wir werden weiterhin jeden verfolgen, der Israel bedroht." Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung für den Tod des Marine-Kommandeurs.

Israels Armee teilte am Abend außerdem mit, die israelische Luftwaffe habe am Mittwoch in Kermanschah und Desful Waffenlager, Raketenabschussrampen sowie dort tätige Iraner ins Visier genommen. Zudem habe das israelische Militär am Mittwoch sowie in der Nacht auf Donnerstag in Teheran und im Zentrum des Irans Waffenproduktionsstätten angegriffen.

"Bisher haben wir mehr als 1.000 Ziele der iranischen Rüstungsindustrie angegriffen", sagte Defrin weiter. Ziel sei es, die Bedrohung durch Drohnen und Raketen langfristig zu beseitigen.

Der Iran feuerte im Laufe des Tages unterdessen in zehn Wellen Raketen auf Israel. Allein in der Küstenmetropole Tel Aviv mussten die Einwohner etliche Male Schutz suchen. Defrin betonte am Abend, dass die Zahl der vom Iran abgeschossenen Raketen seit dem ersten Kriegstag vor fast einem Monat jedoch kontinuierlich abgenommen habe.

Mann bei Hisbollah-Angriff in Nordisrael getötet

Bei einem Raketenangriff der Hisbollah in der israelischen Küstenstadt Naharija wurde unterdessen ein Mann getötet. Zudem habe es 14 Verletzte gegeben, darunter einen Schwerverletzten, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Den Angaben zufolge wurden außerdem elf Menschen wegen Angstzuständen behandelt. Ein Sanitäter berichtete von beschädigten Gebäuden und massiver Zerstörung nach einem Raketeneinschlag. Israelischen Medien zufolge wurde der Parkplatz eines Wohnhauses getroffen.

Zwei Israelische Soldaten im Südlibanon getötet

Bei Kämpfen mit der Hisbollah-Miliz im Südlibanon wurden unterdessen am Donnerstag nach Angaben des israelischen Militärs zwei Soldaten getötet. Damit stieg die Zahl der dort gefallenen israelischen Soldaten auf vier. Bei der israelischen Offensive im Libanon sind nach Angaben der dortigen Regierung mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen. Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Dienstag angekündigt, dass die Armee beim Vorgehen gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen wolle.

Der Fluss Litani spielt seit Jahren eine wichtige Rolle bei den israelischen Bemühungen, die libanesische Hisbollah-Miliz zurückzudrängen. Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die pro-iranische Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen.

Israel schickte weitere Soldaten in den Libanon

Israels Armee hat unterdessen eigenen Angaben zufolge weitere Soldaten in den Süden des Nachbarlandes Libanon geschickt. Soldaten einer weiteren Division hätten sich in den vergangenen Tagen den "gezielten Bodenoperationen im Südlibanon" angeschlossen, um dort die sogenannte Sicherheitszone auszuweiten, teilte das israelische Militär am Donnerstagabend mit. Sie seien zuvor im Gaza-Krieg im Einsatz gewesen. Um wie viele Soldaten es sich konkret handelte, wollte die Armee auf Anfrage nicht sagen.

Aus libanesische Sicherheitskreisen hieß es, Israels Soldaten drängen immer tiefer in den Libanon. Insgesamt sei das Militär aus dem südlichen Nachbarland bereits acht bis neun Kilometer tief im Libanon vorgerückt. Israel teilt die Positionen seinen Truppen grundsätzlich nicht mit.

Israels Außenminister Gideon Saar warf der libanesischen Regierung und Armee derweil vor, nicht ausreichend gegen die Miliz vorzugehen. "Daher muss Israel im Libanon handeln, um seine Bürger und Gemeinden zu schützen."