Höchste Alarmstufe

Island-Vulkan ausgebrochen

29.08.2014

In der Nacht trat Lava aus einem Gletscherspalt aus.

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Donnerstagabend veröffentlichte die Uni Reykjavik ein Foto, auf dem die Brüche im Dyngjujokull-Gletscher zu sehen sind. Etliche Erdbeben erschüttern seit Tagen die gesamte Region rund um den Vulkan Bardabunga, fast im Minutentakt. Die Spalte im Eis klafft dabei immer weiter auseinander. Nachdem Lava austrat, verhängten die Behörden Freitagfrüh eine Sperre für den internationalen Luftverkehr. Am Freitagnachmittag wurde das Flugverbot wieder aufgehoben.

Vulkan Bardarbunga- Behörden gaben Alarmstufe Rot:

Lava ist ausgetreten:
Laut einer Aussendung des nationalen Krisenzentrums auf Island verlief der erwartete Ausbruch zwischen dem Bardarbunga- und dem Askja-Vulkan bisher ruhig. Es gebe derzeit keine Anzeichen für eine explosive Eruption. Am Nachmittag senkten die Meteorologen die Warnstufe von Rot auf Orange. Das heißt, dass zurzeit keine Eruptionen im Gange sind oder unmittelbar bevorstehen, der Vulkan aber weiter aktiv ist.



Die Spalte, aus der die Lava um kurz nach Mitternacht erstmals austrat, ist nach Angaben der in die Region geflogenen Wissenschafter rund einen Kilometer lang. Das Gebiet des Ausbruchs liegt etwa in der Mitte Islands. Die Region ist praktisch unbewohnt.

Einer der größten Vulkan weltweit:
Der Bardarbunga ist einer der größten Vulkane der Welt und gehört zu den 30 aktiven Vulkanen auf Island. Auf seiner Spitze befindet sich der Vatnajökull, der größte Gletscher Islands. Im Zentrum des Bardarbunga gibt es einen 700 Meter tiefen und im Durchmesser mehrere Kilometer großen Krater. Er wird von einer ungefähr 850 Meter dicken Schicht aus Gletschereis überzogen.

Die Insel mit ihren rund 317.000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch. Laut dem Meteorologischen Institut auf Island hat sich die seismische Aktivität des Bardarbunga in den vergangenen sieben Jahren konstant erhöht. Vulkanologen zufolge kann ein Ausbruch des Vulkans enorme Folgen haben.

Laut Experten des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam kam es vor 8.500 Jahren im Bardarbunga zu einem der gewaltigsten Vulkanausbrüche der Neuzeit. Dabei stieß der Vulkan soviel Lava aus, dass sogar eine Millionenstadt unter einer mehrere Meter dicken Lavaschicht begraben worden wäre.

Vulkan auf Papua-Neuguinea spuckt Asche:

© Twitter/Shelley Hendel

Während in Island der Flugverkehr noch weitgehend ungestört verläuft, ist auf Papua-Neuguinea in der letzten Nacht ein wesentlich größerer Vulkan ausgebrochen. Der Mount Tavurur spuckt riesige Mengen Asche aus, einige Gemeinden mussten bereits evakuiert werden. Internationale Flüge wurden gestrichen. Die Bewohner wurden aufgerufen in ihren Häusern zu bleiben.

Die australische Fluggesellschaft Qantas kündigte an, einige Routen über dem Gebiet zu verlegen. Vulkanausbrüche sind in dem zwischen Indonesien und Australien liegenden Land nichts ungewöhnliches. 1994 hatte ein Ausbruch des Tavurvur die Stadt Rabaul auf der Insel Neu-Britannien zerstört.

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