8 Millionen wert
Koks-Schmuggel in Kardashian-Unterwäsche aufgeflogen
18.05.2026Ein empfindlicher Schlag gegen internationale Drogenkriminalität ist britischen Grenzbeamten im Hafen von Harwich gelungen. Sie entdeckten Kokain im Wert von rund acht Millionen Euro in einem Lkw.
Der gestoppte Lastwagen war mit einer Fähre aus Hoek von Holland in den Niederlanden eingereist und hatte 28 Paletten mit Kleidung und Bauchweg-Unterwäsche der bekannten Kardashian-Marke „Skims“ geladen. Hinter der legalen Lieferung verbarg sich jedoch ein professionelles Schmuggelversteck in der Verkleidung der Anhängertüren. Darin stießen die Ermittler auf insgesamt 90 Pakete Kokain zu je einem Kilogramm. Laut Angaben der Behörden beläuft sich der Straßenwert der illegalen Fracht auf rund 7,2 Millionen Pfund, was umgerechnet mehr als acht Millionen Euro entspricht. Der Schmuggel hat damit auch Dimensionen, wie man sie aus dem illegalen Suchtgiftmarkt in Österreich kennt.
Urteil am Crown Court
Der 40-jährige Lastwagenfahrer Jakub K. aus Polen wurde vor dem Chelmsford Crown Court zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Wie K. im Zuge der Ermittlungen gestand, hatte er für den Transport der Drogen eine Summe von 4500 Euro kassiert. Die Behörden stellten klar, dass die eigentliche Lieferung der Skims-Produkte völlig legal war. Weder der Exporteur noch der Importeur der Ware stehen mit den kriminellen Machenschaften oder dem Drogenschmuggler in irgendeiner Verbindung.
Fahrtenschreiber entlarvt den Zwischenstopp
Ein entscheidender Hinweis für die Ermittler ergab sich bei der Auswertung des Fahrtenschreibers. Dieser zeichnete einen unangekündigten Zwischenstopp von genau 16 Minuten auf, den der Lkw-Fahrer bei seiner Einvernahme zunächst verschwiegen hatte. Die Kriminalisten gehen fest davon aus, dass die 90 Pakete Kokain exakt in diesem kurzen Zeitraum in den umgebauten Lkw geladen wurden.
Sorge wegen steigendem Schmuggel
Einsatzleiter Paul Orchard erklärte zu dem Vorfall: „Organisierte kriminelle Gruppen nutzen korrupte Fahrer, um Drogen zu transportieren – oft versteckt in völlig legalen Lieferungen wie dieser.“ Auch die Grenzpolizei sieht in dem Zugriff einen bedeutenden Erfolg. Seit Jahren verzeichnen Behörden eine massiv steigende Einfuhr von Kokain nach Europa. Orchard betonte abschließend die verheerenden Folgen des illegalen Handels: „Diese Drogen zerstören Leben und bringen großes Leid.“