Immer noch

Margot Honecker findet DDR Klasse

30.10.2009

In einem Video trauert die heute in Chile lebende 82-Jährige der DDR immer noch hinterher.

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© AP
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Auch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer trauert Margot Honecker der DDR offenbar immer noch hinterher. "Alles das, was wir geschaffen haben in vierzig Jahren, das ist nicht wegzuleugnen", sagt die heute in Chile lebende 82-jährige Witwe des ehemaligen DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker in einem Video.

Laut "Bild"-Zeitung entstand das private Video am 7. Oktober - dem Tag der DDR-Staatsgründung - bei einer Feier ehemaliger politischer Flüchtlinge, die 1973 nach dem Militärputsch in Chile in der DDR Asyl fanden. In dem Video hält Honecker vor der Nationalflagge der ehemaligen DDR eine Rede. An welchem Ort der Film aufgenommen wurde, ist nicht zu sehen. Der Urheber wird nicht genannt. Anlass ist offenbar der 60. Jahrestag der DDR-Gründung.

Meistgehasste Frau in der ehemaligen DDR
Die wohl meistgehasste Frau in der ehemaligen DDR war im Sommer 1992 aus ihrem Moskauer Exil allein nach Santiago de Chile zu ihrer Tochter Sonja und deren Kindern gereist. Gegen ihren Mann lag ein Haftbefehl wegen der Todesschüsse an der Mauer vor. 1993 folgte der schwer krebskranke Erich Honecker und starb dort im Mai 1994 im Alter von 81 Jahren. Die ehemalige Volksbildungsministerin bekommt aus Deutschland eine monatliche Rente von rund 1.500 Euro.

In ihrer Rede geht Honecker auch auf die Ergebnisse der Bundestagswahl am 27. September ein. Die SPD habe "ihre Quittung gekriegt für ihre antisoziale Politik", sagt sie. Die CDU, "die Partei der Bourgeoisie, hat Stimmen verloren".

Feldzug gegen DDR
Zwar gebe es zurzeit einen Feldzug in Deutschland gegen die DDR, sagt Honecker: "Es gibt keine Talkshow, es gibt keinen Film, es gibt keine Nachrichten, wo man nicht die DDR in Misskredit bringt. Aber es ist ihnen nicht gelungen. 50 Prozent der Ostdeutschen sagen: Wir leben schlechter im Kapitalismus, wir haben eine schöne Zeit gelebt in unserer DDR. Sie können machen, was sie wollen, es ist nicht totzukriegen, sondern mehr und mehr besinnen sich die Menschen darauf, was sie gehabt haben in der Deutschen Demokratischen Republik."

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