Hurrikan-Warnung

Mexiko wappnet sich gegen "John"

29.08.2006

Mexiko wappnet sich gegen den Hurrikan "John". 10.000 Mexikaner müssen ihre Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen. Touristen wurden aufgefordert, in ihren Hotels Zuflucht zu suchen.

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© Reuters
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In den mexikanischen Badeorten auf der Halbinsel Baja California bereiteten sich die Menschen auf die Ankunft von Hurrikan "John" vor. Vor Ort herrscht bereits große Hektik. In den Badeorten sind viele Geschäfte leer gekauft, da sich die Bewohner mit Hamsterkäufen für den Sturm eindecken. 10.000 Menschen werden aus tiefer gelegenen Gebieten evakuiert. " Diejenigen, die nicht gehen wollen, werden von der Armee weggebracht werden" , sagte Jose Gajon, Chef des Katastrophenschutzes in Baja California Sur.

Chaos um Rückflüge
Am Donnerstag peitschte der Hurrikan mit meterhohen Wellen, heftigem Regen und Windstärken von mehr als 200 Stundenkilometern an der mexikanischen Pazifikküste entlang. Hunderte ausländische Touristen versuchen nun, die Region fluchtartig zu verlassen und bemühten sich um Rückflüge. "Es ist total verrückt hier", sagte ein Urlauber aus Los Angeles am Flughafen. "Wenn wir nicht Glück haben und noch einen Flug kriegen, müssen wir wohl hier bis auf das Ende des Sturms warten." Nachdem er am Vorabend kurzzeitig an Fahrt verloren hatte, wurde "John" in der Früh mit Windstärken von bis zu 185 Kilometern pro Stunde wieder in die Kategorie drei hoch gestuft.

Windstärken bis 113 Km/h
Indessen ist der Tropensturm " Ernesto" mit schweren Regenfällen über den US-Bundesstaat North Carolina gezogen und hat einige Küstenregionen überschwemmt. Berichte über Verletzte oder Tote gab es der Polizei zufolge jedoch nicht. Mit Windstärken von bis zu 113 Kilometern pro Stunde war "Ernesto" in der Nacht auf Freitag bei Long Beach auf die Küste des südöstlichen Bundesstaats getroffen. Er war kurz davor, wieder Hurrikanstärke zu erreichen.

Eingeschränkter Verkehr
Durch "Ernesto" fielen nach Angaben von Meteorologen in manchen Regionen über 25 Zentimeter Regen. Nahe der Stadt Wilmington habe es mehrfach Überschwemmungen gegeben, mehrere Straßen seien gesperrt worden. Auch der Verkehr auf manchen Autobahnen sei nur eingeschränkt möglich. "Der Regen ist das große Problem ", sagte der Meteorologe Michael Caropolo vom nationalen Wetteramt.

Einsatz der Nationalgarde
Den Prognosen zufolge könnte " Ernesto" Regenmengen von bis zu 20 Zentimeter auch über den Nachbarstaat South Carolina hereinbrechen lassen und gefährliche Überschwemmungen verursachen. Die Gouverneure beider Staaten riefen die Nationalgarde zu Hilfe. Es wird erwartet, dass sich "Ernesto" durch den Osten North Carolinas in Richtung Virginia bewegt. Meteorologen rechnen aber damit, dass der Sturm bis Samstag an Kraft verliert.

Über Acapulco hinweggefegt
Am Mittwoch ist „John“ an der mexikanischen Pazifikküste entlang gepeitscht und hat Ferienorte mit heftigen Regenstürmen und Winden überzogen. In Acapulco trieb der Wirbelsturm rund 3,5 Meter hohe Wellen an Land und riss Bäume um. Küstenstraßen in dem Ferienparadies standen knöcheltief unter Wasser. Viele der rund eine Million Einwohner hatten Mühe, sich bei den Winden von bis zu 215 Kilometer pro Stunde starken Winden auf den Beinen zu halten.

Im Jahr 1999 peitschte "Floyd" über die Region hinweg. Damals starben 56 Menschen. Es entstanden Schäden in Höhe von rund sechs Milliarden Dollar. "John" ist der sechste Hurrikan dieses Jahres im Pazifik.

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