Auch 1-Jährige tot

Mindestens 18 Tote bei Tropensturm in Taiwan

18.07.2008

In Taiwan hat ein schwerer Tropensturm mindestens 18 Menschen - darunter ein einjähriges Mädchen samt minderjährigen Onkel - in den Tod gerissen.

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Der heftige Taifun "Kalmaegi" hat in Taiwan mindestens 18 Menschen das Leben gekostet. Das berichtete am Samstag die Regierung in der Hauptstadt Taipeh. Acht Menschen wurden verletzt, sieben Menschen zunächst noch vermisst.

Der tropische Wirbelsturm bewegte sich am Samstag bereits abgeschwächt über der ostchinesischen Provinz Zhejiang weiter ins Landesinnere. Er hatte am Freitag in der Provinz Fujian das chinesische Festland erreicht. In China waren 360.000 Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.

Der Taifun hatte seit Mittwoch auf Taiwan gewütet und dort Windgeschwindigkeiten bis zu 90 Kilometern pro Stunde erreicht. Die Behörde bezifferten den Schaden auf mehr als acht Millionen Euro. Am stärksten betroffen waren der Süden und die Mitte der Insel.

Einjähriges Mädchen umgekommen
Unter den Todesopfern in Taiwan waren ein einjähriges Mädchen und sein minderjähriger Onkel, wie die Feuerwehr mitteilte. Die schwangere 27-jährige Mutter der Kleinen wurde leicht verletzt, als das Haus der Familie im südlichen Bezirk Kaohsiung am späten Donnerstagabend unter einer Schlammlawine begraben wurde. "Es ist so schnell passiert, (...) ich hatte keine Zeit, sie zu retten", sagte der Ehemann der Frau dem Fernsehsender ERA, nachdem das Paar aus der Luft in Sicherheit gebracht worden war. In der Stadt Taichung stürzte laut ERA ein Soldat im Sturm in einen Abwasserkanal und ertrank. Ein weiteres Paar ertrank, als das Boot kenterte, in dem es gerettet werden sollte.

In mehreren Landesteilen im Süden und im Zentrum Taiwans brachten Rettungskräfte etwa 80 von Schlammlawinen und Fluten eingeschlossene Menschen in Sicherheit. Fernsehbilder zeigten Einwohner, die gegen steigende Fluten kämpften. Einige Straßen waren durch die heftigen Regenfälle beschädigt oder komplett blockiert.

Behörden und Schulen geschlossen
In mehreren Bezirken wurden Behörden und Schulen geschlossen, rund 3.600 Fischer suchten Zuflucht in Häfen. Zudem wurden zahlreiche Bahnverbindungen gestrichen, fast 20 nationale und internationale Flüge hatten Verspätung oder wurden abgesagt. Durch die Zerstörung von Feldern und Höfen richtete der Sturm nach Regierungsangaben wirtschaftliche Schäden von rund 111 Millionen Taiwan-Dollar (etwa 2,3 Millionen Euro) an.

Der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 83 Stundenkilometern befand sich am Freitagnachmittag (Ortszeit) rund 70 Kilometer östlich der Insel Matsu und hielt auf die Ostküste Chinas zu. In den Provinzen Fujian und Zhejiang wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua 360.000 Menschen in Sicherheit gebracht, 61.000 Fischerboote wurden zur Rückkehr in die Häfen aufgefordert. Kalmaegi ist bereits der siebente schwere Sturm des Jahres in der Region.

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