Leiche entdeckt

Münchner Banker lag tot im Lieferwagen

17.01.2010

Der 36-Jährige wurde wohl Opfer eines hässlichen Raubmordes.

Zur Vollversion des Artikels
© Polizei München
Zur Vollversion des Artikels

Der Münchener Finanzmanager Dirk Poschinger-von Camphausen wurde ersten Ermittlungsergebnissen zufolge Opfer eines Raubmordes. Die Tötung des 36-jährigen Managers des Private-Equity-Hauses EQT stehe nach bisherigen Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem Verkauf seines Privatautos, sagte Kriminaloberrat Markus Kraus von der Münchener Mordkommission am Montag. Hinweise auf einen anderen Hintergrund, wie etwa einem Entführungsversuch, gebe es nicht.

Zehn bis 13 Schüsse
Poschinger-von Camphausen war nach Polizeiangaben am Donnerstag verschwunden und wahrscheinlich noch am gleichen Tag mit zehn bis 13 Schüssen aus einer kleinkalibrigen Waffe getötet worden. Bisher seien zwei Verdächtige verhaftet worden. Einem 40-jährigen Hausmeister lege die Staatsanwaltschaft Mord und Raub mit Todesfolge zur Last. Der andere, ein 54-jährige Gastronom, werde allerdings lediglich wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung festgehalten. Der Bulgare sei mit einem gefälschten Reisepass unterwegs gewesen. Beide bestreiten nach Auskunft der Polizei, etwas mit dem Tod des Managers zu tun zu haben.

Hässlicher Raubmord
Poschinger-von Camphausen hatte seinen Audi A8 im Internet für 54.000 Euro zum Verkauf angeboten und sich am Donnerstagvormittag mit dem mutmaßlichen Täter in der Nähe seiner Wohnung zu einer Probefahrt getroffen. Seine Leiche war am Samstag in einem Münchener Wohngebiet im Lieferwagen des verdächtigen Hausmeisters gefunden worden. Poschinger-von Camphausens Auto habe im gleichen Straßenzug gestanden. Der Hauptverdächtige habe auch die Fahrzeugpapiere der Limousine besessen.

"Wir gehen derzeit davon aus, dass es von vornherein so geplant war", sagte Staatsanwalt Laurent Lafleur. Der oder die Täter hätten es auf den Wagen abgesehen und im Fall von Widerstand auf den Verkäufer schießen wollen. Ein anderer Hintergrund für das Verbrechen, etwa eine Entführung, sei derzeit ausgeschlossen. Es sei allerdings möglich, dass noch andere Personen an der Tat beteiligt gewesen seien.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel