"Urbi et Orbi"

Papst Benedikt spendete Weihnachtssegen

24.12.2007

Um Punkt zwölf Uhr spedente er den traditionellen Segen. Mit tausenden Gläubigen feierte Papst Benedikt XVI. im Petersdom die Weihnachtsmette.

Zur Vollversion des Artikels
© AFP PHOTO / FILIPPO MONTEFORTE
Zur Vollversion des Artikels

Papst Benedikt XVI. hat am Christtag den Menschen in aller Welt den traditionellen Weihnachtssegen erteilt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach den Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") um Punkt zwölf Uhr vom Balkon des Petersdoms aus.

40.000 Gläubige am Petersplatz

Rund 40.000 Gläubige waren am Dienstag bei mildem Winterwetter und Sonnenschein auf dem Petersplatz versammelt, um die Weihnachtsbotschaft zu hören. Benedikt XVI. erinnerte insbesondere an die schweren Krisen und Konflikte im Nahen Osten. Er erinnerte an die steigende Zahl von Flüchtlingen in aller Welt und mahnte mehr soziale Gerechtigkeit an.

"Frohe Weihnacht" in 63 Sprachen

Der Papst wünschte "Frohe Weihnacht" in 63 verschiedenen Sprachen - darunter Italienisch, Chinesisch, Hebräisch, Russisch, Arabisch und neuerdings auch Guarani, eine Sprache indigener Völker in Brasilien, Bolivien und Paraguay. Die Glückwünsche wurden von 88 TV-Stationen in 57 Länder übertragen.

Auf Deutsch sagte das aus Bayern stammende Oberhaupt der Katholiken: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!"

Appell in der Weihnachtsmette

Am Abend zuvor hat Papst Benedikt XVI. in seiner Weihnachtsmesse auf die große Not von Millionen Armen und Heimatlosen hingewiesen und den Zustand einer durch Umweltsünden "geschundenen Erde" beklagt. In seiner Predigt im Petersdom rief das Oberhaupt der Katholiken in der Nacht zum Dienstag dazu auf, Raum zu schaffen "für den Nächsten, für den Armen, für Gott".

Tausende Gläubige nahmen teil

Je reicher die Menschen würden, desto mehr füllten sie alles mit sich selber aus, sagte er. "Irgendwie wartet die Menschheit auf Gott, auf seine Nähe. Aber wenn es soweit ist, hat sie keinen Platz für ihn." Mehrere tausend Gläubige waren zu der traditionellen Mitternachtsmette in den Petersdom in Rom geströmt.

Weihnachtskrippe eingeweiht

Auf dem Petersplatz vor der Basilika verfolgten zahlreiche Menschen die Christmette bei mildem Winterwetter auf vier Videoleinwänden. Am Nachmittag war dort die riesige Weihnachtskrippe eingeweiht worden, die bis zum 2. Februar zu sehen sein wird. "Das war eine sehr schöne Atmosphäre und auch für Nichtkatholiken ein Erlebnis", zeigte sich eine Hamburgerin nach der Messe beeindruckt.

Beklagt Zustand der Erde

Der Papst forderte dazu auf, Zeit für die Leidenden, die Vertriebenen oder Heimatlosen zu finden. "Die Weihnachtsbotschaft lässt uns das Dunkel einer verschlossenen Welt erkennen, und sie schildert damit durchaus Wirklichkeit, die wir täglich erleben", sagte Joseph Ratzinger. Besonders eindringlich beklagte er dabei den "Zustand, in dem sich die Erde durch den Missbrauch der Energien und durch deren schonungslose Ausbeutung für unsere Interessen heute befindet". Der Mensch lebe auf einem verschmutzten und in seiner Zukunft bedrohten Planeten. Der Papst stellte "die Macht, die vom Kreuz ausgeht" dagegen. Der Stall von Bethlehem werde zum Palast, Jesus baue von diesem Anfang her die große, neue Gemeinschaft auf.
Zur Vollversion des Artikels