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Schneechaos in Italien: Gäste saßen in Hotel fest
03.04.2026Heftige Schneefälle haben in der mittelitalienischen Bergregion Abruzzen mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten und Menschen zeitweise eingeschlossen.
Rund zehn Personen saßen etwa 24 Stunden lang in einem Hotel im Skiort Passolanciano fest, nachdem Straßen durch umgestürzte Bäume und Schneemassen blockiert worden waren. Verletzt wurde niemand, wie die Behörden bestätigten.
Die Eingeschlossenen wurden schließlich durch den Einsatz des Militärs und Straßenbehörden befreit, die die Verkehrswege wieder passierbar machten. Zuvor hatten die Menschen stundenlang ausgeharrt, ehe sie die Heimreise antreten konnten. Die Betroffenen berichteten von bangen Momenten, als sie vor einer "Wand aus Schnee" standen und nicht weiterfahren konnten.
Starke Beeinträchtigungen im Verkehr
Auch in anderen Orten der Regionen Abruzzen und Molise kam es zu massiven Beeinträchtigungen im Verkehr. In Capracotta etwa gruben Einsatzkräfte Schneetunnel, um Häuser und Geschäfte erreichbar zu machen. Zahlreiche Gemeinden am Apennin sind seit Tagen vom Schnee bedeckt, der vielerorts Straßen, Gebäude und Fahrzeuge unter sich begräbt. Trotz der extremen Bedingungen blieb die Versorgung gesichert. Weitere Wetterprobleme sind in den nächsten Tagen nicht ausgeschlossen.
Nach einer vorsorglichen Sperrung wegen tagelanger starker Regenfälle stürzte am Donnerstag Teil einer Brücke zwischen den Regionen Abruzzen und Molise ein. Die Brücke ist Teil einer der wichtigsten und längsten Staatsstraßen Italiens, die Strada Statale 16 Adriatica. Sie führt von Padua in Venetien im Norden des Landes bis nach Otranto im süditalienischen Apulien. Der teilweise Einsturz der Brücke auf der Höhe der Gemeinde Montenero di Bisaccia in Molise hat zumindest auf dem südlichen Teil der Strecke schwerwiegende Folgen für den Verkehr.
Die Lage an der Brücke wurde bereits seit Mittwoch wegen des starken Regens von den Behörden beobachtet. Der Teileinsturz der Brücke über den Trigno-Fluss ereignete sich während Überprüfungen für eine Wiedereröffnung. Es befanden sich keine Fahrzeuge auf dem Weg, sonst wäre es zu einer Tragödie gekommen. Die Lage bleibe laut den Behörden angesichts der schweren Unwetterlage äußerst ernst.
Massimiliano Fazzini, Klimatologe und Leiter des Teams für Klimarisiko der Italienischen Gesellschaft für Umweltgeologie, warnte, dass die Lawinengefahr im Apenninraum auf höchste Stufe eingeschätzt werde. Abruzzen habe den stärksten Schneefall erlebt, der jemals im Frühling entlang des Apennin-Hauptkamms verzeichnet wurde.