Libanon-Syrien

Attentäter sprengt sich an Grenze in die Luft

28.11.2006

Ein mutmaßlicher Islamist hat sich am Dienstag an der syrisch-libanesischen Grenze in die Luft gesprengt.

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Die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, der "Militärkommandant" der Extremistengruppe Al-Tawhid wa al-Jihad, Omar Abdullah (28), habe an der Grenzstation Yabus - der auf libanesischer Seite Masnaa heißt - mit einer Pistole auf einen syrischen Sicherheitsbeamten geschossen, als ihn dieser auf seine gefälschten Reisepapiere angesprochen habe. Dann habe Abdullah versucht, zu fliehen. Zwei Sicherheitsbeamte seien verletzt worden, hieß es.

Es war zunächst unklar, auf welche Weise sich Abdullah getötet hatte. Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge kam der Syrer bei der Explosion einer Granate ums Leben, die er selbst in der Hand hielt. Medienberichte sprachen wiederum von einem Sprengstoffgürtel. Nach libanesischen Angaben wurde Abdullahs Ehefrau festgenommen. Der libanesische Fernsehsender LBC hatte zuvor berichtet, ein Selbstmordattentäter habe sich an dem Grenzübergang in die Luft gesprengt. Yabus liegt rund 45 Kilometer von der syrischen Hauptstadt Damaskus entfernt.

Gespannte Beziehung zwischen Libanon und Syrien
Die Beziehungen zwischen dem Libanon und Syrien sind derzeit gespannt. International steht Syrien unter großem Druck, sich vollständig aus dem Nachbarland zurückzuziehen und seine Unterstützung für die südlibanesische Hisbollah-Miliz zu beenden. Auch im Libanon selbst gibt es großen Widerstand gegen den Einfluss Syriens. Nach dem jüngsten Attentat auf den Syrien-kritischen christlichen Minister Pierre Gemayel gingen in der vergangenen Woche erneut Zehntausende von Menschen auf die Straße und protestierten gegen die Regierung in Damaskus.

Anders als in den Nachbarländern Irak und Libanon sind Attentate und Anschläge in Syrien sehr selten. Im vergangenen September hatten syrische Sicherheitskräfte vier Extremisten erschossen, die versucht hatten, die US-Botschaft in Damaskus zu stürmen. Bei dem Angriff war auch ein syrischer Soldat getötet worden.

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