Ausnahmezustand

Dänemark: Noch mehr Kampfsoldaten nach Grönland geschickt

19.01.2026

Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen fordert die NATO dazu auf, in der Arktis mehr zu tun. 

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 In einer Mitteilung seines Ministeriums kündigte Lund Poulsen am Montag an, dass er und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt das mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte besprechen wollen. Mitten im eskalierenden Streit um Grönland zwischen den Europäern und den USA kommen die beiden Minister am Montag zu Gesprächen ins NATO-Hauptquartier nach Brüssel.

Nachdem Dänemark und Grönland zusammen mit einigen Verbündeten beschlossen hatten, die militärische Präsenz in der Arktis und im Nordatlantik zu erhöhen, haben die Länder "breite Unterstützung" dafür erfahren, "dass die NATO in der Arktis mehr tun sollte", hieß es von Lund Poulsen in der Mitteilung. Die für Äußeres zuständige grönländische Ministerin Motzfeldt sagte demnach: "Grönland befindet sich in einer außergewöhnlichen Situation, die die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zieht. Die Lage erfordert, dass wir die Zusammenarbeit in Verteidigungs- und Sicherheitsfragen in der Arktis im Kreis der NATO stärken."

Grönland gehört als autonomes Gebiet zum EU- und NATO-Land Dänemark. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Meist war von einem Kauf der rohstoffreichen Arktis-Insel die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Am Samstag hatte Trump den Streit um Grönland nochmals angeheizt, indem er Strafzölle gegen mehrere europäische NATO-Länder androhte, sollten sie der Übernahme Grönlands durch die USA nicht zustimmen. Da Dänemark, wie die USA, der NATO angehört, droht der Konflikt um Grönland das Verteidigungsbündnis zu spalten.

Dänemark und europäische NATO-Mitglieder müssen sich in Ausdauer üben

Dänemark schickt unterdessen parallel zur Krisendiplomatie mehr Kampfsoldaten nach Grönland. Das berichtete der Fernsehsender TV2 unter Berufung auf das dänische Verteidigungsministerium. Die genaue Zahl der Soldaten war demnach nicht bekannt, es solle sich jedoch um einen "wesentlichen Beitrag" handeln. Sie sollen TV2 zufolge noch am Montag in Kangerlussuaq, etwa 300 Kilometer nördlich von der grönländischen Hauptstadt Nuuk, ankommen. Begleitet werden sie demnach von dem dänischen Heereschef Peter Boysen.

In der vergangenen Woche waren nach Angaben des dänischen Arktischen Kommandos bereits etwa 100 dänische Soldaten in Nuuk und etwa genauso viele in Kangerlussuaq eingetroffen. Sie sollen mit der von Dänemark geführten militärischen Übung "Arctic Endurance" beginnen, an der auch Soldaten anderer NATO-Verbündeter teilnehmen sollen. 

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