Feuer am Dach

Grönland: Es gibt gar keinen Deal mit Trump

30.01.2026

Ein Hin und Her - ruhig ist es um Grönland geworden, seit Trump den "großen Deal" verkündet hatte, der momentan aber ausbleibt. Grönlands Wirtschaftsministerin äußert sich jetzt direkt und ernüchtert die Weltöffentlichkeit. 

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Trump hatte erneut Interesse an Grönland signalisiert und dabei von Einfluss, Kaufoptionen und Millionen gesprochen. Grönlands Wirtschaftsministerin Naaja Nathanielsen (50) weist diese Darstellung jedoch entschieden zurück. „Es gibt keine Rahmenvereinbarung“, sagt sie im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

"Denken wie nach dem 2. Weltkrieg"

Gespräche mit den USA seien möglich, allerdings ausschließlich über Verteidigung und Sicherheit. Besitzfragen oder ein Verkauf stünden nicht zur Debatte.

„Wir haben rote Linien, die mit Souveränität zu tun haben“, betont Nathanielsen. Der Ton aus Washington erinnere sie an längst überwunden geglaubte Denkweisen. „Schwer zu begreifen ist für uns dieses Element einer expansionistischen Ideologie. Wir hatten diese Art des Denkens nach dem Zweiten Weltkrieg hinter uns gelassen“, sagt sie der FAZ.

Grönland verfügt über 39 sogenannte kritische Mineralien, die für moderne Technologien von großer Bedeutung sind. Dennoch bleibt ein Ansturm US-amerikanischer Investoren bislang aus. „Im Moment sehe ich keine großen amerikanischen Investitionen“, erklärt die Ministerin.

"Sind nicht zu verkaufen"

Als möglicher Ideengeber für Trumps Kaufpläne gilt der US-Milliardär Ronald Lauder (81). Nathanielsen reagiert darauf nüchtern, aber bestimmt: „Wir wollen, dass sie den Vordereingang nutzen. Unsere Regeln respektieren. Und als einfache Basis: internationales Recht.“

Besonders deutlich wird sie bei einem kursierenden Gerücht, wonach Grönländer für 100.000 Dollar pro Person US-Bürger werden könnten. „Würden Sie für 100.000 Dollar aufgeben, Deutscher zu sein?“, fragt Nathanielsen. Ihre Antwort ist eindeutig: „Wir sind nicht zu verkaufen.“