Deal abgelehnt

"Hölle losbrechen!" Trump droht Iran mit noch härteren Angriffen

25.03.2026

Die US-Regierung hat dem Iran mit verschärften Angriffen gedroht.

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Wenn der Iran die neue Realität nicht anerkennt, werden die USA härter zuschlagen als je zuvor, wie Regierungssprecherin Karoline Leavitt in Washington sagte. US-Präsident Donald Trump sei trotz der Verhandlungen bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen. Leavitt äußerte sich, nachdem der Iran den US-Plan für ein Kriegsende laut Medienberichten zurückgewiesen hat.

Leavitt sagte, die Führung in Teheran habe nun die Chance, mit Trump zu kooperieren. Dazu gehöre, das Nuklearprogramm aufzugeben und die USA und ihre Verbündeten nicht weiter zu bedrohen. Trump hatte zuvor von Verhandlungen und guten Gesprächen mit dem Iran gesprochen, ohne ins Detail zu gehen. Die iranische Seite hatte dagegen Verhandlungen dementiert.

Der Krieg höre auf, "wenn der Iran beschließt, ihn zu beenden - und nicht, wenn (US-Präsident Donald) Trump es will", erklärte ein Regierungsvertreter am Mittwoch nach Angaben des Staatssenders Press TV. "Der Iran hat negativ auf den US-Vorschlag reagiert", hieß es bei Press TV. Eine offizielle iranische Stellungnahme gab es zunächst nicht. Außenminister Abbas Araqchi, der die Gespräche mit den USA vor dem Krieg angeführt hatte, äußerte sich nicht. Iranische Medien wie die Nachrichtenagenturen Mehr und Tasnim griffen den Press-TV-Bericht aber auf.

Ägypten hofft auf baldige direkte Gespräche

Von einem iranischen Insider hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass der US-Vorschlag noch geprüft werde. Die erste Reaktion sei zwar negativ ausgefallen. Dass dieser aber noch geprüft wird, deutet möglicherweise daraufhin, dass er nicht rundweg abgelehnt wurde. Öffentlich lehnten iranische Regierungs- und Militärvertreter Verhandlungen mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump strikt ab. Der Vorschlag war dem Iran über Pakistan übermittelt worden. Als Vermittler engagieren sich dortigen Regierungsangaben zufolge auch die Türkei und Ägypten.

"Wir hoffen, dass es bald direkte Gespräche mit den beteiligten Seiten geben wird", sagte der ägyptische Außenminister Badr Abdel-Atti am Mittwoch. Ägypten versuche, unter anderem zusammen mit Pakistan und der Türkei zu vermitteln. "Wir werden nicht aufhören, alle Anstrengungen zu unternehmen" und das "rund um die Uhr", sagte Abdel-Atti. Die ägyptische Regierung habe dabei nur "durch einen Kanal" Kontakt zur iranischen Seite, nämlich zum Außenministerium in Teheran.

Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, wurden in den frühen Morgenstunden in der Millionenmetropole Tabriz Dienstwohnungen von Bahnmitarbeitern Ziel der israelisch-amerikanischen Angriffe. Unter den Trümmern suchen Helfer demnach nach weiteren Opfern. Bereits in der Nacht auf Dienstag wurde die Stadt bombardiert.

Einmonatige Feuerpause angestrebt

Der israelische Sender Kanal 12 berichtete zudem unter Berufung auf drei Insider, dass die USA eine einmonatige Feuerpause anstrebten, um den Plan zu diskutieren. Dieser sehe die Auflösung des iranischen Atomprogramms, die Einstellung der Unterstützung für Gruppen wie die radikalislamische Hisbollah im Libanon sowie die Wiederöffnung der für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport enorm wichtigen Straße von Hormuz vor. Eine offizielle Bestätigung der Berichte lag nicht vor.

Berichte über den angeblichen US-Vorschlag und ein möglicherweise geplantes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans unter Vermittlung Pakistans ließen den seit Kriegsbeginn drastisch gestiegenen Ölpreis leicht sinken. Dazu trugen auch zuversichtliche Äußerungen von US-Präsident Donald Trump bei, wonach der Iran angeblich "unbedingt einen Deal abschließen" wolle. Für die USA seien Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance an Verhandlungen beteiligt, sagte Trump.

Iran kontert mit eigenen Maximalforderungen

Das "Wall Street Journal" berichtete zudem über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoß, die wiederum zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte - darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es dem Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormuz eine Mautgebühr zu kassieren.

Ein Sprecher des Zentralkommandos der iranischen Streitkräfte erklärte laut Nachrichtenagentur Tasnim, die Lage in der Meerenge werde nicht zum vorherigen Zustand zurückkehren: "Es wird geschehen, was wir wollen." Allen Schiffen mit Verbindungen zu den USA oder Israel bleibe die Passage untersagt, so der Sprecher. "Die Entscheidung über die Erteilung einer Transitgenehmigung liegt bei uns."

Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist von großer strategischer Bedeutung, nicht nur für den Transport von Öl und Flüssiggas. Aktuell ist der Schiffsverkehr wegen iranischer Angriffe und Drohungen praktisch zum Erliegen gekommen, weswegen Öl- und Gaspreise seit Kriegsbeginn vor gut dreieinhalb Wochen stark gestiegen sind.

Was genau fordern die USA?

Die USA fordern in ihrem 15-Punkte-Plan dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Außerdem solle der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben - und damit Befürchtungen entkräften, die Islamisten in Teheran könnten eines Tages Atomwaffen in ihre Hände bekommen. Im Gegenzug sollen die harten Sanktionen gegen den Iran gelockert werden, wie etwa das "Wall Street Journal" berichtete. Das US-Portal "Axios" berichtete, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe Trump gesagt, die Iraner hätten bei mehreren zentralen Punkten zugestimmt - unter anderem seien sie bereit, ihre Bestände an angereichertem Uran aufzugeben.

Pentagon verlegt Luftlande-Kräfte in Nahen Osten

Das US-Verteidigungsministerium ordnete der "Washington Post" zufolge die Verlegung von rund 3.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die "New York Times" hingegen sprach von rund 2.000 Soldaten. Die US-Spezialkräfte können über feindlichem Gebiet mit Fallschirmen abspringen und wären als Speerspitze eines möglichen Bodeneinsatzes denkbar. Ziel könnte die Einnahme wichtigsten Ölexport-Hafen des Irans auf der Insel Kharg im Persischen Golf sein. Der Iran könnte dann praktisch kein Öl mehr exportieren.

Israel attackiert Teheran

Das israelische Militär teilte in einem Telegram-Beitrag am Mittwoch mit, es habe eine Angriffswelle gestartet, die auf Infrastruktur in ganz Teheran abziele. Später hieß es, die israelische Luftwaffe habe zwei Produktionsstätten für Marine-Marschflugkörper in der iranischen Hauptstadt angegriffen. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur SNN berichtete, in Teheran sei ein Wohngebiet getroffen worden. Rettungskräfte seien dabei, die Trümmer zu durchsuchen.

Die iranischen Revolutionsgarden teilten staatlichen Medien zufolge mit, eine neue Angriffswelle gegen Ziele in Israel, darunter Tel Aviv, sowie gegen US-Stützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain gestartet zu haben. Kuwait und Saudi-Arabien erklärten, neue Drohnenangriffe abgewehrt zu haben, ohne jedoch anzugeben, woher die unbemannten Fluggeräte kamen. Am internationalen Flughafen von Kuwait wurde nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde ein Treibstofftank mit Drohnen angegriffen. Es sei ein Brand ausgebrochen, zu Schaden gekommen sei niemand.