Sri Lanka

Marine verhindert Anschlag auf Hafen

27.01.2007

Die Marine von Sri Lanka hat nach eigenen Angaben einen Anschlag der separatistischen Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) mit Sprengstoffbooten auf den Hafen der Hauptstadt Colombo verhindert.

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© AFP PHOTO/Lakruwan WANNIARACHCHI
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Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Samstag mitteilte, wurden drei verdächtige Schiffe versenkt. Es seien drei Personen von einem der Boote festgenommen worden. Bei den Angreifern habe es sich offenbar um Selbstmordattentäter der tamilischen Rebellen gehandelt, hieß es.

Hafen abgeriegelt
Die Boote hätten versucht, in ein Sperrgebiet im Hafen von Colombo einzudringen. Ein Marinesprecher sagte, nach tamilischen Attentatsdrohung seien die Sicherheitsmaßnahmen für den Hafen erhöht worden. Deshalb seien die Schiffe bereits mehrere Seemeilen vor dem offensichtlichen Ziel abgefangen worden. "Eines der Boote wurde in fünf Seemeilen Entfernung vom Hafen zerstört, die beiden anderen in elf Seemeilen Entfernung versenkt", sagte der Sprecher. Der Vorfall werde weiter untersucht. Alle Zufahrtsstraßen zum Hafen seien abgeriegelt worden.

Das erste Boot wurde durch eine Marinepatrouille rund zehn Kilometer vor der Küste versenkt, wie Oberstleutnant Upali Rajapakse erklärte. Flugzeuge der Luftwaffe hätten dann die beiden anderen Boote 18 und 23 Kilometer vor der Küste versenkt. Ein Wachmann in einem Leuchtturm habe die Marine alarmiert.

Nach Schätzungen der Militärs waren drei bis sechs Rebellen an Bord der Schiffe. Während der Aktion entstanden leichte Schäden an einem einlaufenden Containerschiff, als durch die Erschütterungen der Explosionen mehrere Container an Deck umstürzten. Die LTTE hatte schon wiederholt mit Selbstmordangriffen Schiffe der Marine und Stützpunkte attackiert.

Kämpfe für Tamilen-Staat
Die LTTE kämpft seit 1972 für einen unabhängigen Tamilenstaat im Norden und Osten der Insel. Dort sind die Tamilen in der Mehrheit, während die anderen Landesteile weitgehend von Singhalesen bevölkert sind. Dem Konflikt sind bisher fast 70.000 Menschen zum Opfer gefallen, davon allein 3.600 im vergangenen Jahr. Eine im Februar 2002 unter norwegischer Vermittlung vereinbarte Waffenruhe ist nur noch auf dem Papier gültig.

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