Im Oval Office

Obama droht E-Mail- und Handy-Verbot

18.11.2008

Wegen der Archivierungspflicht für Korrespondenz im Weißen Haus muss der designierte Präsident auf diverse technische Geräte verzichten.

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© AP
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Der designierte US-Präsident Barack Obama muss mit Amtsantritt Anfang nächsten Jahres womöglich eine liebgewonnene Gewohnheit aufgeben: Nämlich ständig via E-Mail kommunizieren zu können, sei es mit seinem Blackberry oder dem Laptop. Wegen der Archivierungspflicht für die Korrespondenz des Weißen Hauses und strikter Sicherheitsvorschriften für Mobilfunkgeräte haben schon der scheidende Präsident George W. Bush und dessen Amtsvorgänger Bill Clinton auf jegliche Kommunikation übers Internet verzichtet.

Blackberry ist ständiger Begleiter
Ein Video des US-Senders CNN lässt erahnen, wie schwer es Obama fallen dürfte, bereits in 63 Tagen für die vorgesehene Amtszeit von vier Jahren von seinem High-Tech-Handy die Finger zu lassen: Selbst wenn er seiner Tochter beim Fußballspielen zuschaut, checkt er per Blackberry seine Nachrichten - wofür ihn seine Frau Michelle auch gleich tadelt. Berater würden dem künftigen Präsidenten dennoch raten, das Gerät nicht mit ins Oval Office zu nehmen, sind sich Experten einig.

Obama müsste auch private E-Mails veröffentlichen
Der US-Präsident müsse sich bewusst sein, dass selbst private E-Mails auf Anfrage des Kongresses und der Gerichte veröffentlicht werden müssten. Gelöscht werden kann die aus dem Weißen Haus kommende Korrespondenz nämlich nicht, das ist Gesetz. "Es ist alles nachzurecherchieren, E-Mail hinterlässt Spuren, die in den Händen der Ermittler aus dem Kongress landen können", so der frühere Sprecher von Bill Clinton, Mike McCurry, zur Nachrichtenagentur AP. Auch Ex-Bush-Sprecher John McClellan verweist auf den Presidential Records Act und rät Obama, "gründlich nachzudenken, ob er seine Kommunikation offenlegen möchte, indem er E-Mail und Blackberry benutzt".

Obama - der seinen Wahlkampf intensiv wie keiner vor ihm über das Internet geführt hat und sich künftig auch über die Online-Vidoeplattform "You Tube" an die Amerikaner wenden will, der viel von Transparenz im Weißen Haus gesprochen hat und den der Autor des Buches "American Nerd" (Amerikanischer Freak) als technikverliebten Typ mit Hang zum Computerfreak beschreibt - hat seine Entscheidung noch nicht bekanntgegeben. Stimmen aus seinem Team bezweifeln laut "New York Times" jedoch, dass Obama "der erste e-mailende Präsident" der Vereinigten Staaten werden könnte.

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