"Schlüsselfrage"
Putin will DIESES Gebiet für möglichen Frieden
23.01.2026In den Vereinigten Arabischen Emiraten haben am Freitag Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA gestartet.
Bei den von den USA angeregten trilateralen Gesprächen geht es nach Angaben aus Kiew vor allem um Gebietsfragen. "Die Frage des Donbass ist eine Schlüsselfrage", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Journalisten zu den Verhandlungen in Abu Dhabi. Die Unterredungen sollen am Samstag fortgesetzt.
Washington drängt die Kriegsgegner Russland und Ukraine seit Monaten zu einer Friedenslösung. Moskau erhebt dabei unter anderem Anspruch auf das gesamte ostukrainische Gebiet Donezk, das es nur zu knapp 80 Prozent kontrolliert. Kiew lehnt einen freiwilligen Abzug bisher ab. Das ostukrainische Gebiet Donezk und das benachbarte Gebiet Luhansk werden als Donbass bezeichnet.
Zu dieser Frage äußerte sich auch der außenpolitische Berater von Russlands Präsident Wladimir Putin, Juri Uschakow, nach Gesprächen der US-Unterhändler im Kreml in der Nacht auf Freitag. Ohne eine Lösung der Territorialfrage werde es keinen dauerhaften Frieden geben, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge. Und solange es keine Friedenslösung gebe, werde Russland die Kämpfe fortsetzen. Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion.
Selenskyj: Russischer Vorschlag zu eingefrorenem Vermögen "Unsinn"
Selenskyj bezeichnete den russischen Vorschlag als "Unsinn", im Westen eingefrorene russische Vermögenswerte für den Wiederaufbau auf russischem Gebiet zu verwenden. Die Ukraine kämpfe dafür, alle eingefrorenen russischen Gelder für den Wiederaufbau in der Ukraine nutzen zu können.
Am Vortag hatte es bereits gesonderte Gespräche mit der US-Regierung gegeben. Zunächst hatte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit Selenskyj geredet. Am Abend reisten dann der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Moskau, wo sie von Kremlchef Wladimir Putin empfangen wurden.
Was war die "Formel von Anchorage"?
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Gebietsfragen sollten gemäß den Vereinbarungen von Anchorage geklärt werden. Wie diese "Formel von Anchorage" aussieht, wolle er allerdings nicht sagen. "Wir halten das für nicht zweckmäßig", sagte er der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
Putin und US-Präsident Donald Trump hatten sich im vergangenen August in Anchorage in Alaska getroffen. Danach wurde nichts verkündet, was auf eine Einigung schließen ließ. Russische Vertreter verweisen aber immer wieder auf das angebliche Gipfel-Ergebnis. Inoffiziell kursierte der Vorschlag, dass die Ukraine den Donbass räumen soll und die Front dafür weiter südlich in den Gebieten Saporischschja und Cherson eingefroren wird.
Peskow sagte nun: "Die Position Russlands ist bekannt, dass die Ukraine und die ukrainischen Streitkräfte das Gebiet des Donbass verlassen müssen. Sie müssen von dort abgezogen werden." Daneben gebe es weitere Details.
Zum Ablauf der geplanten Gespräche in Abu Dhabi sagte der Kremlsprecher, verhandelt werde heute und notfalls morgen. Für die Arbeitsgruppe Sicherheit seien Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums entsandt worden - bekannt ist der Leiter des Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow. Über bilaterale wirtschaftliche Fragen zwischen den USA und Russland sollten die Unterhändler Steve Witkoff und Kirill Dmitrijew sprechen.
Deutschland mit zurückhaltenden Erwartungen
Die deutsche Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend zu den Erwartungen an das Treffen. Grundsätzlich begrüße man es, wenn es jetzt zu trilateralen Zusammenkünften komme, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer in Berlin. "Wir sehen gleichzeitig, dass es weiterhin große Fragen darüber gibt, inwieweit Russland bereit ist, von Maximalforderungen wirklich Abstand zu nehmen."