Stürzt Regierung?
Revolte in London: Rücktritt von Premier Starmer gefordert
11.05.2026In der britischen Labour-Partei ist ein offener Machtkampf entbrannt. Fünf parlamentarische Mitarbeiter traten am Montag zurück, während über 70 Abgeordnete den Rückzug von Premier Starmer fordern.
Die politische Lage in Großbritannien spitzt sich dramatisch zu. Sir Keir Starmer sieht sich mit einer Serie von Rücktritten in seiner Regierung konfrontiert, da parlamentarische Staatssekretäre (PPS) ihre Ämter niederlegten, um sich der Rebellion gegen seine Führung anzuschließen. Unter den Zurückgetretenen befinden sich Joe Morris, Tom Rutland, Sally Jameson, Naushabah Khan und Melanie Ward.
Die Entscheidung dieser fünf Mitarbeiter könnte als Auslöser für weitere Rücktritte innerhalb der Regierung fungieren. Besonders brisant: Joe Morris war Berater von Gesundheitsminister Wes Streeting, der als möglicher Nachfolger für das Amt des Premierministers gilt. Melanie Ward, ehemalige Vertraute von Vize-Premier David Lammy, forderte bereits öffentlich einen "schnellen Prozess für die Wahl" einer neuen Führungsperson.
Strategischer Kampf um Nachfolge
Innerhalb der Partei tobt ein Ringen um den Zeitplan für eine Neubesetzung. Während der Flügel um Streeting auf eine rasche Entscheidung setzt, hofft die Parteilinke auf eine Verzögerung. Ziel dieser Verzögerung wäre es, dem Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, die Teilnahme an einer Nachwahl zu ermöglichen, um so in das Unterhaus zurückkehren zu können.
Kabinett in der Vertrauensfrage
Kulturministerin Lisa Nandy deutete an, dass auch das Kabinett in der Frage der Unterstützung gespalten ist. Zwar wolle sie, dass Starmer „Erfolg“ habe, räumte jedoch in einem Interview ein, dass diese Ansicht lediglich von „vielen“ Regierungsmitgliedern geteilt werde, aber nicht zwingend von allen. Starmer selbst warnte in einer Rede vor „Chaos“, sollte er aus der Downing Street verdrängt werden.
Geplante Gesetze trotz Krise
Trotz der internen Unruhen kündigte der Premierminister an, in dieser Woche Rechtsvorschriften einzubringen, um British Steel in „vollständiges nationales Eigentum“ zu überführen. Zudem versprach er, Rechtsextremisten den Zutritt zum Land für eine geplante Kundgebung von Tommy Robinson zu verweigern. Dennoch wirkt Starmer angesichts der Dynamik in den eigenen Reihen zunehmend wie ein Außenstehender im eigenen Machtbereich.