Klimagipfel

Rüge an USA und China wegen Umweltsünden

15.11.2006

Auf dem Klimagipfel in Nairobi forderte UN-Generalsekretär Kofi Annan Luftverschmutzer USA und China zu stärkeren Anstrengungen im Umweltschutz auf.

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UN-Generalsekretär Kofi Annan hat fehlende politische Führung im Kampf gegen den Klimawandel beklagt. "Der Klimawandel ist nicht nur eine Umweltfrage, wie zu viele Menschen noch immer glauben, sondern er ist eine allumfassende Bedrohung", sagte Annan vor 70 Umweltministern. Der Erderwärmung müsse die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet werden wie Kriegen, Armut und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Das Kyoto-Protokoll von 1997 sei zwar ein entscheidender Schritt zum Klimaschutz, es reiche aber bei weitem nicht aus. "Und während wir über weitere Schritte nachdenken, zeigt sich ein erschreckender Mangel an politischer Führung." Auf die Frage, ob seine Ausführungen auf die USA zielten, erwiderte Annan, er habe niemanden speziell gemeint. "Allerdings wäre es wünschenswert, wenn sie (die USA) das Kyoto-Abkommen unterzeichneten."

Treibhausgase aus Indien und China
Auch große Entwicklungsländer müssten damit beginnen, weniger fossile Brennstoffe zu verfeuern, die für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden, forderte der zum Jahresende aus dem Amt scheidende Annan. Er nannte in diesem Zusammenhang China und Indien, deren rapide wachsenden Volkswirtschaften mittlerweile Treibhausgase produzierten.

Umwelthilfe für Afrika notwendig
Annan stellte zudem einen Plan zur Umwelthilfe für Afrika vor. Im Rahmen der Kampagne sollen sechs UN-Behörden vor allem afrikanischen Ländern dabei helfen, mehr Geld für erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft zu erhalten. Annan forderte, reiche Länder müssten die Initiative unterstützen. Kenias Umweltminister Kivutha Kibwana hatte zum Auftakt des Klimagipfels gewarnt, der Treibhauseffekt gefährde die Entwicklungschancen für Milliarden Menschen in den ärmsten Ländern der Welt.

US-Präsident George W. Bush lehnt das Kyoto-Protokoll mit der Begründung ab, es gefährde Arbeitsplätze in den USA und nehme aufstrebende Wirtschaftsmächte wie China und Indien nicht genug in die Pflicht. In Kyoto haben sich 35 Industriestaaten dazu verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Abgase aus Kraftwerken, Fabriken und Auto zwischen 2008 und 2012 unter das Niveau von 1990 zu senken.

In Nairobi beraten Politiker und Experten aus 189 Ländern bis Freitag über eine Nachfolgeregelung für Kyoto. Ein Durchbruch ist jedoch unwahrscheinlich.

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