Krisensitzung

SPD versinkt im Chaos

08.03.2008

Nach dem SPD-Debakel in Hessen verschärft sich die Führungskrise der Partei. Rufe nach Ex-Parteichef Franz Müntefering werden laut.

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Der gescheiterte Linksschwenk der Hessen-SPD sorgt nun für völliges Chaos bei den Sozialdemokraten. Nach dem Aus für ­eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit erwägt die SPD nun sogar, ihren ehemaligen Vorsitzenden Franz Müntefering zu reaktivieren.

Parteichef Kurt Beck ­hatte trotz heftigen Widerstands bis in die SPD-Führung hinein eine neue Linie durchgesetzt, wonach die SP-Landesverbände mit der Linkspartei auch in Westdeutschland zusammenarbeiten dürfen. Das rächt sich jetzt, an Becks Sessel wird eifrig gesägt. Der rechte SPD-Flügel forderte barsch die Rücknahme der Öffnung zur Linkspartei. Dies verschrecke die Wähler.

Die Rückkehr der SPD-Ikone Müntefering wurde laut Bild-Zeitung in einer Telefonkonferenz führender Genossen diskutiert. Parteichef Kurt Beck war gar nicht erst zugeschaltet. Müntefering, der im Vorjahr aus familiären Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte, schien einem Comeback nicht abgeneigt.

Krisensitzung
Auch am Samstag jagten sich Krisensitzungen der hessischen SPD-Spitze. Parteichefin Andrea Ypsilanti räumte ein, dass die hessische SPD in einer „schwierigen Lage“ sei. Einen Rücktritt lehnte Ypsilanti ab, obwohl sie von der Bundestagsfraktion hart kritisiert wurde.

Für die Regierungsbildung in Hessen ist nun Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) als Ministerpräsidentin einer CDU/FDP/Grünen-Koalition im Gespräch.

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