Kremlkritiker

Vergiftet: Witwe berichtet über letzte Stunden Nawalnys im Straflager

14.02.2026

In Gewebeproben der Leiche von Alexej Nawalny ist das Gift Epibatidin nachgewiesen worden. Fünf europäische Staaten machen in einer gemeinsamen Erklärung russische Behörden verantwortlich. 

Zur Vollversion des Artikels
© APA/AFP/TATYANA MAKEYEVA
Zur Vollversion des Artikels

Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und die Niederlande erklärten, da Nawalny zum Zeitpunkt seines Todes im russischen Straflager „Polarwolf“ inhaftiert gewesen sei, komme nur ein Giftanschlag durch russische Behörden infrage.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sagte am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zu Welt TV: „Das russische Regime zeigt noch mal seine schreckliche Fratze.“

Witwe sprach bereits von Vergiftung

Damit wird bestätigt, was seine Witwe Julia Nawalnaja bereits im September des vergangenen Jahres in einer Videobotschaft mitgeteilt hatte. Ihr Team habe biologische Proben vor der Beerdigung entnommen und ins Ausland gebracht. Diese seien in zwei verschiedenen Ländern untersucht worden – beide Labore seien zum gleichen Ergebnis gekommen.

Navalny wurde vergiftet

„Diese Labore kamen zu demselben Schluss: Alexej wurde getötet. Genauer gesagt, er wurde vergiftet“, erklärte Nawalnaja. Sie forderte die Veröffentlichung der Ergebnisse über die „unbequeme Wahrheit“. Welches Gift nachgewiesen wurde, nannte sie damals nicht.

Alexej Nawalny starb am 16. Februar 2024 im Alter von 47 Jahren.

Schwere Vorwürfe aus dem Straflager

In ihrer Botschaft schilderte Nawalnaja die Haftbedingungen ihres Mannes. „In den mehr als drei Jahren, die er hinter Gittern war, wurde sein Zustand schlechter und schlechter. Sie wollten ihn nicht nur umbringen, sie wollten ihn brechen“, sagte sie. Sie berichtete von Hunger, Kälte, Isolation und langen Zeiten in einer Strafzelle. „In dieser Strafzelle brachten sie ihn um.“

Am 16. Februar gegen 12.10 Uhr sei Nawalny zu einem geplanten Spaziergang abgeholt worden. Kurz darauf habe er angegeben, sich krank zu fühlen. Laut der Schilderung habe er über brennende Schmerzen in Brust und Bauch geklagt und sich übergeben.

Wärter hätten von Krämpfen, schwerer Atmung und Husten berichtet. Ein Rettungswagen sei mehr als 40 Minuten nach Beginn der Beschwerden gerufen worden. Reanimationsversuche seien erfolglos geblieben. Um 14.23 Uhr habe das EKG keine Aktivität mehr gezeigt.

Deutscher Außenminister fordert Konsequenzen für Putin

Außenminister Wadephul erklärte während der Münchner Sicherheitskonferenz: „Das zeigt, dass er nicht nur bereit ist, einen völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine zu führen, insbesondere die Bevölkerung dort zu attackieren, sondern dass er auch seinen schlimmsten Feind nicht nur rechtswidrig ins Gefängnis wirft, sondern auch umbringt. Und das muss Folgen haben.“