Justiz überlastet
196.000 Asyl-Klagen offen!
Die deutschen Verwaltungsgerichte sind mit Asylklagen stark belastet. Zum Stichtag 15. August 2026 waren bundesweit 196.315 Verfahren anhängig – 4749 mehr als Mitte Januar. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Clara Bünger hervor.
Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Verfahrensdauer im ersten Halbjahr 2026 auf 15,3 Monate, nach 14,3 Monaten im Vorjahr, zitiert die WELT aus der Beantwortung. Nach einem Höchststand von 26,5 Monaten 2021 war die Dauer jahrelang gesunken und lag 2024 noch bei 16,7 Monaten.
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Besonders deutlich sind die Unterschiede zwischen den Ländern. In Sachsen dauerten die Verfahren im ersten Halbjahr im Schnitt 20,4 Monate, in Niedersachsen 20 Monate. Deutlich schneller war Rheinland-Pfalz mit 9,2 Monaten und Bayern mit 10,7 Monaten. Ein Grund für die Verzögerungen ist die gestiegene Zahl der Klagen sowie die Komplexität bestimmter Herkunftsländer.
Laut Bundeszentrale für politische Bildung wurden 2025 (Januar bis November) 149.995 Bamf-Entscheidungen beklagt – das ist eine Klagequote von 52 Prozent. Bei abgelehnten Asylanträgen lag sie bei 89,9 Prozent (90.522 Fälle). 2024 waren es noch 88,4 Prozent, 2023 nur 58,8 Prozent. Die Quote gegen Ablehnungen ist damit auf das hohe Niveau früherer Jahre zurückgekehrt. Viele Klagen zielen darauf ab, subsidiären Schutz in einen stärkeren Status umzuwandeln.