Lagebericht 2025

6. und 15. Bezirk sind Wiens "Substi-Hotspots"

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Die Zahl der sichergestellten Substitutionsmittel in Wien ist auch im vergangenen Jahr deutlich angestiegen, besonders betroffen waren Mariahilf und Rudolfsheim-Fünfhaus.
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Die neuesten Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen eine starke Zunahme beim Missbrauch des Substitutionsmittels Compensan, im Drogenmilieu auch "Substi" genannt. Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Wien 608,5 Tabletten dieses Medikaments sichergestellt. Das entspricht einem Plus von knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als die Behörden 469,5 Tabletten aus dem Verkehr ziehen konnten. In der Statistik sticht besonders der 6. Bezirk heraus: Allein in Mariahilf wurden 281,5 Tabletten sichergestellt, auf Platz zwei folgt Rudolfsheim-Fünfhaus mit 67 Tabletten.

Gerhard Hammerer und Felix Ofner (beide ÖVP) machen sich für die Bekämpfung des Suchtgifthandels nahe der Gumpedorfer Straße stark. © Apple Photos Clean Up

"Mehr als 57 Prozent aller in Wien sichergestellten Compensan Tabletten wurden im Umfeld der U6-Station Gumpendorfer Straße beschlagnahmt. Wer angesichts dieser Zahlen noch immer behauptet, rund um den Jedmayer gebe es kein massives Konzentrationsproblem, verschließt bewusst die Augen vor der Realität", kritisieren Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf, und Felix Ofner, Obmann der ÖVP Rudolfsheim Fünfhaus.

Neustart für Suchtpolitik gefordert

Zur Info: Compensan ist ein Medikament, das zur Behandlung von Opioidabhängigkeit verschrieben wird. Auch wenn der Anstieg bei den sichergestellten Tabletten nicht unmittelbar mit dem Heroinmarkt in Verbindung steht, sind die Zahlen besorgniserregend - gerade vor dem Hintergrund, dass die Wiener Behörden im Jahr 2025 um 10,8 Prozent höhere Sicherstellungsmengen bei Heroin verzeichneten als noch 2024.

Für die Wiener ÖVP ist die aktuelle Entwicklung ein Alarmsignal, sie fordert einen Neustart der Wiener Sucht- und Drogenpolitik. "SP-Stadtrat Peter Hacker und SP-Suchtkoordinator Ewald Lochner tragen die politische Verantwortung für eine Entwicklung, die längst außer Kontrolle geraten ist. Die Polizei kann mit Maßnahmen wie der Schutzzone die Auswirkungen bekämpfen, die Ursachen müssen jedoch endlich von der Stadt Wien beseitigt werden", betonen Hammerer und Ofner.

Die ÖVP verlangt einen Neustart der Drogenpolitik in Wien. © ÖVP

Konkret verlangt die Volkspartei ein stadtweites Suchthilfekonzept, eine ausgewogenere Verteilung bestehender Angebote sowie eine stärkere wohnortnahe Betreuung. Des Weiteren spricht sie sich dafür aus, Substitutionsmittel vermehrt in flüssiger Form und unter kontrollierter Einnahme auszugeben, um das Jedmayer und die U6-Station Gumpendorfer Straße nachhaltig zu entlasten.