Der 11. November ist nicht nur als Martinstag bekannt, sondern dient im Bauernkalender als entscheidender Indikator für die kommenden Wochen. Zahlreiche überlieferte Wetterweisheiten sollen dabei helfen herauszufinden, ob uns ein früher Wintereinbruch bevorsteht oder ob es vorerst mild bleibt. Je nach Wetterlage an diesem Tag fallen die Vorhersagen im österreichischen Raum ganz unterschiedlich aus.
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Früher Wintereinbruch
Eine bekannte Bauernregel besagt: "Ist Martini klar und rein, bricht der Winter bald herein." Ein sonniger und wolkenloser Martinstag deutet demnach auf einen baldigen Wintereinbruch hin. Eine ähnliche Weisheit lautet: "Sankt Martin Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein." Zeigt sich der 11. November hingegen neblig, soll der Winter milder ausfallen, wie die Zeile "Wenn an/nach Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind" verdeutlicht. Wolken gelten wiederum als Hinweis auf eine unbeständige kalte Jahreszeit.
Langer und harter Winter
Besonders auffällig ist eine weitere alte Bauernregel: "Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart." Mit dem "weißen Bart" ist eine winterlich weiße Erscheinung um den Martinstag durch Schnee oder Reif gemeint. Der Volksweisheit zufolge könnte dies auf eine besonders lange und kalte Wintersaison hindeuten, wobei sich dies aus den Beobachtungen nicht zuverlässig ableiten lässt.
Martinsgänse und Herbstlaub
Auch für die Weihnachtszeit hält der Bauernkalender spezielle Regeln bereit. So heißt es: "Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’n." Dahinter steckt die Annahme, dass Frost an Martini zu mildem, nasses Wetter an Weihnachten führen kann. Eine weitere Regel besagt: "Wenn’s Laub nicht vor Martini fällt, kommt eine große Winterkält’", was bedeutet, dass lange haftende Blätter eine große Kälte ankündigen.
Der Blick auf den Martinstag zeigt, wie stark alte Überlieferungen bis heute mit den Erwartungen an das kommende Winterwetter verknüpft sind.